Naturfreunde & „Saubere Lippe“

Naturschützer: RAG soll unverzüglich Grubenwasser-Reinigung bauen

Mit Tauchpumpen, wie hier an der alten Schachtanlage Walsum, will die RAG Grubenwasser heben und ableiten. Die Naturschützer fordern eine Beseitigung der Schadstoffe darin.
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Mit Tauchpumpen, wie hier an der alten Schachtanlage Walsum, will die RAG Grubenwasser heben und ableiten. Die Naturschützer fordern eine Beseitigung der Schadstoffe darin.

„Taten statt warten“, schreiben die Kritiker der Wiedereinleitung von Grubenwasser in die Lippe der RAG ins Stammbuch. Das Unternehmen müsse sofort mit dem Bau einer Reinigungsanlage beginnen, damit bei der Einleitung ab 2026 Mensch und Umwelt keinen Schaden nehmen.

Bergkamen – Die Naturfreunde Bergkamen und der Verein „Saubere Lippe“ fordern von der Ruhrkohle AG, unverzüglich mit Planung und Bau einer Reinigungsanlage für die Grubenwassereinleitung zu beginnen. Das hat Oliver Wendenkampf als Sprecher der Naturfreunde und Mitglied des „Saubere Lippe e.V.“ mitgeteilt.

Genehmigungsverfahren soll bald starten

Wendenkampf war unter den hiesigen Kritikern der RAG-Pläne, die Anfang Mai in Essen zu einem Gespräch mit den Verantwortlichen der RAG zusammenkamen. Das Unternehmen will ab 2026 den Wasserstand in den seit 2019 volllaufenden Gruben über Pumpen am Schacht Aden 2 regulieren und benötigt dafür eine neue Genehmigung. Das Verfahren dafür soll bald eröffnet werden.

Oliver Wendenkampf Sprecher Naturfreunde.

„Zu warten, bis das juristisch Absehbare eintritt, und eine Genehmigung der Einleitung von für Mensch und Natur giftigen Inhaltsstoffen aus dem Grubenwasser in die Lippe auf dem Wege der Genehmigungsauflage verordnet wird, verstößt eklatant gegen das Vorsorgeprinzip und spielt mit der Gesundheit der Lippeanrainer“, urteilt Oliver Wendenkampf über die Haltung der RAG. Sie will die absehbar erforderliche Behandlung des Grubenwassers erst nach den Vorgaben der Behörden ausrichten. So hatte es der Vorstandsvorsitzende Peter Schrimpf kürzlich beim Besuch in Bergkamen angekündigt.

Nicht nur aus naturschutzfachlicher, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sei die Einleitung des unter anderem PCB-haltigen Grubenwassers für die Gesellschaft heute und als „Ewigkeitskosten“ nicht vertretbar.

Naturfreunde behalten sich juristische Schritte vor

Spätestens bei juristischer Überprüfung gemäß der europäischen Wasserrahmenrichtlinie – die von den Naturfreunden schon in den Blick genommen sei – „wird die RAG gezwungen sein, eine entsprechende, dem Stand der Wissenschaft entsprechende Reinigungsanlage zu bauen und in Betrieb zu nehmen“, so Wendekampf.

Das werde nach seiner Meinung nicht ohne Entschädigung der betroffenen Landwirte erfolgen können.  

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