Ein feiner Beobachter
Spiegel-Bestseller für gemütliche Herbstabende vor dem Kamin: Robert Seethaler „Das Café ohne Namen“
„Das Café ohne Namen“ von Erfolgsautor Robert Seethaler stürmte auf Anhieb die Spiegel-Bestsellerliste. Der Roman zählt zurecht zu den besten Büchern des Jahres 2023.
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Mit seinem Roman „Das Café ohne Namen“ schaffte Robert Seethaler bereits im Sommer 2023 den Sprung auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste – und hat sie seitdem (Stand: 12. Oktober 2023) nicht mehr verlassen. Wer dieses wunderbare Buch bis jetzt noch nicht gelesen hat, sollte es sich unbedingt für die kalte Jahreszeit vornehmen – es lohnt sich.
Robert Seethaler „Das Café ohne Namen“: Darum geht es im Buch
Schauplatz des aktuellen Romans von Robert Seethaler ist seine Heimatstadt Wien. Im Jahr 1966 träumt der Gelegenheitsarbeiter Robert Simon von einem eigenen Lokal. Als eine Gastwirtschaft am Karmelitermarkt frei wird, renoviert der Kriegswaise die heruntergekommenen Räume und eröffnet dort sein Café. Es bleibt namenlos – mangels besserer Alternativen. Sein Speisenangebot ist einfach und klein, aber bei den Gästen beliebt.
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In Roberts Café strömen die Leute aus dem Viertel – Schichtarbeiter, Marktleute, die Frauen aus der nahen Garnfabrik oder auch alte Praterbekanntschaften. Eine bunte Mischung, und alle bringen ihre Geschichten mit: vom harten Leben der Nachkriegszeit, der Sehnsucht nach einem besseren Leben, von der Liebe oder den kleinen und großen Abstürzen.
Wien im Jahr 1966. Robert Simon verdient sein Brot als Gelegenheitsarbeiter auf dem Karmelitermarkt. Er ist zufrieden mit seinem Leben, doch zwanzig Jahre nach Ende des Krieges hat sich die Stadt aus ihren Trümmern erhoben. Überall wächst das Neue, und auch Simon lässt sich mitreißen. Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet sein eigenes Café...
Seethaler zeigt die schönen, aber auch bitteren Seiten des Seins
Die ungeschönten, detailliert gezeichneten Figuren sind es wohl, die diesen Roman ausmachen. Niemand ist frei von Schwächen, aber jeder sucht das Glück auf seine Weise. Da wär etwa Simons Freund Johannes Berg, der gerade ungewollt zum vierten Mal Vater wird. Oder René Wurm, der als Ringer sein Geld verdient. Anhand der Geschichten von Robert Simons Gästen beleuchtet Seethaler den Wunsch nach Aufbruch in ein neues, besseres Leben – was nicht jedem gelingt. Auch der Gastwirt wird oftmals in seinem Lebensglück zurückgeworfen. Doch er schafft es immer wieder, sich aufzurappeln – genau wie seine Gäste.
Robert Seethaler „Das Café ohne Namen“: Fazit
Robert Seethaler ist ein wahrer Meister der Beobachtung. Er erzählt so liebevoll vom Leben, seinen schönen wie bitteren Seiten, den alltäglichen Dramen und Sehnsüchten dieser unverwechselbaren Figuren, dass man mit einem wohligen Gefühl zurückbleibt. Dabei wird es nie langweilig, denn der Autor versteht es, mit geschickten Wechseln der Perspektive die Leser mitten hinein in das Geschehen zu ziehen, und ins Wien der 1960er Jahr einzutauchen. Ein Muss für gemütliche Lesestunden – egal an welchem Ort. Für gemütliche Lesestunden sorgen auch diese Spiegel-Bestseller.
Robert Seethaler „Das Café ohne Namen“
2023 Claassen, ISBN-13 9783546100328
Preis: Hardcover 24 €, 288 Seiten
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Robert Seethaler
Der 1966 in Wien geborene Robert Seethaler ist ein mehrfach prämierter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Werke „Der Trafikant“ (2012) und „Ein ganzes Leben“ (2014) wurden internationale Publikumslieblinge. Mit seinem Roman „Ein ganzes Leben“ schaffte er es außerdem auf die Shortlist des International Booker Prize. Später folgten „Das Feld“ (2018) und „Der letzte Satz“ (2020). Sein aktueller Roman „Das Café ohne Namen“ (2023) steht auf der „Spiegel-Bestsellerliste. Seethaler lebt und arbeitet in Wien und Berlin.
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Rubriklistenbild: © Funke Foto Services/Imago/Claassen (Montage)
