Drei Chefs in drei Jahren
Personalkarussell in der Cinemaxx-Führung dreht sich rasant schnell
Drei Jahre Cinemaxx, drei Theaterleitungen – und nun soll die vierte kommen. Der Chefsessel im Hammer Lichtspielhaus ist alles andere als fluktuationsarm. Zwar ist die jetzige Leiterin, Dorothea Berger, nach Angaben des Unternehmens noch in Hamm tätig, allerdings ist die Stelle der Leitung seit einigen Wochen ausgeschrieben.
Zur Historie: Als am 13. Dezember 2018 aus Cineplex das Cinemaxx geworden war, übernahm Eliza Schilling die Theaterleitung. Cineplex-Betriebsleiter und -Urgestein Carsten Dunke hatte sich damals gegen eine Tätigkeit in dem Konzern entschieden. Schilling war zu dem Zeitpunkt mit weit über 20 Jahren Cinemaxx-Erfahrung in Hamm angetreten und hatte mehrere Theater geleitet.
Ihr Engagement währte gut ein Jahr, dann kehrte sie der Cinemaxx-Gruppe den Rücken. Ihr Nachfolger wurde – letztlich nur kommissarisch – Frank Strauch. Strauch war schon zu Cineplex-Zeiten stellvertretender Betriebsleiter und verfügte über einen reichen Erfahrungsschatz. Doch die Bindung hielt nicht länger als ein halbes Jahr: Strauch verließ die Gruppe Mitte 2020, ehe die Probezeit beendet war. Gründe für die Trennung wurden damals nicht bekannt.
Abschied trotz Sympathie für Hamm
Im August 2020 folgte Dorothea Berger, bisher Stellvertreterin in Essen, als Leitung in Hamm. Sie war zuvor acht Jahre im Unternehmen. Entfalten konnte sie sich nach außen zunächst kaum, denn mit Corona kam der Lockdown. Später bekannte sie sich im WA als echte Cineastin mit großer Sympathie für den Standort Hamm. Es klang nach einer längeren Perspektive.
Wie Cinemaxx nun auf Nachfrage mitteilt, verlässt auch Berger das Unternehmen für eine „berufliche Karriere außerhalb von Cinemaxx“. Das übrige Team der Betriebsleitung bleibe weiterhin am Standort.
Cinemaxx lässt Fragen unbeantwortet
Hamm – ein Schleudersitz? Fragen, wie die Fluktuation in der Leitung in Hamm seit Kino-Übernahme durch Cinemaxx mit immerhin drei Leitungen in gut drei Jahren zu bewerten und zu erklären beziehungsweise ob dies Normalität in der Branche ist, blieben unbeantwortet. Ebenso die Frage, wie sich angesichts der mehrfachen Wechsel so etwas wie eine Handschrift für ein einzelnes Kino entwickeln lässt.