„Den Menschen zeigen, dass es ihr Kino ist“

Was macht eigentlich... Cineplex-Mann Carsten Dunke?

Carsten Dunke in seinem Hammer Büro: „In Lippstadt bin ich viel unabhängiger."
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Carsten Dunke in seinem Hammer Büro: „In Lippstadt bin ich viel unabhängiger."

Carsten Dunke ist und bleibt Cineast aus Leidenschaft. Deshalb bereut er noch immer nicht, Hamm nach dem Wechsel zum Cinemaxx verlassen zu haben. Die Arbeit fürs Cineplex in Lippstadt macht ihn glücklich.

Hamm – Vor gut elf Monaten wurde aus dem Cineplex das Cinemaxx. Ein inhabergeführtes Kino machte Platz für einen Traumfabrik-Konzern. Das Personal ging den Schritt fast komplett mit, der damalige Betriebsleiter allerdings nicht: Carsten Dunke entschied sich nach langer Überlegung gegen die Konzernstruktur.

Der Abschied fiel ihm schwer: sowohl von den Mitarbeitern als auch vom Hammer Publikum und den zahlreichen Kooperationspartnern. Heute sagt er: „Ich habe mich hundertprozentig richtig entschieden. So kann ich meine Kino-Leidenschaft weiter ausleben.“

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Treue zu Kinochef Nieuwdorp bewiesen

Dunke blieb seinem bisherigen Arbeitgeber und Chef Hubert Nieuwdorp treu. Nieuwdorp betreibt ein Multiplex-Kino (ebenfalls Cineplex) mit sechs Sälen und ein Arthaus-Kino mit zwei kleinen Sälen in Lippstadt. Das Kino-Urgestein Nieuwdorp vertraute umgekehrt seinem langjährigen Mitarbeiter und räumte ihm große Freiheiten ein. Davon träumen viele Cineasten.

Kurz vor dem Abschied aus Hamm: Carsten Dunke (rechts) mit November 2018 mit seinem Stellvertreter Frank Strauch (links) und seinem Chef Hubert Nieuwdorp.

In Lippstadt ist Dunke nicht mehr – wie zuvor in Hamm – Betriebsleiter, sondern frei von aller Personalverantwortlichkeit zuständig für Konzeptionelles und Programmgestaltung. Vor allem im Arthaus-Kino hat er weitgehend freie Hand. „Es ist natürlich schön, in solch einem Wohnzimmer besondere Dinge umsetzen zu können“, sagt er.

Dunkes Ideen-Liste ist lang

Vieles, was Hammer Kino-Gänger als Kennerkino oder VHS-Kino kennen, gibt es in Lippstadt auch. Manches musste Dunke gar nicht neu erfinden, denn es war schon da. „In Lippstadt bin ich allerdings viel unabhängiger von bestimmten Reihen und kann Arthaus-Filme ins Tagesprogramm aufnehmen“, sagt er. In den kleinen Kinos ist vieles möglich: Privatpersonen oder Organisationen können sie sogar für Feierlichkeiten und besondere Anlässe mieten und einen Wunschfilm zeigen.

Mit zwei Häusern bieten sich in Lippstadt für Dunke viele Möglichkeiten: Konzerte im Kino verbunden mit dem passenden Film, Retrospektiven wie er sie zum Beispiel anlässlich des 90. Geburtstags von Clint Eastwood plant, besondere Aktionen zu kommenden Star-Wars-Themen oder zum neuen James-Bond-Film oder eine Auswahl der vermeintlich besten Weihnachtsfilme. Seine Ideen-Liste ist lang.

Möglichst nah am Kinobesucher

Eines hat für Dunke immer Priorität: Er will möglichst nah am Kinobesucher sein, wie seinerzeit auch in Hamm. Im kommenden Jahr will er Kunden beispielsweise über ihre Wunschfilme abstimmen lassen und eine Auswahl dann auch spielen. Sein Rezept: „Man muss den Menschen in ihrer Stadt zeigen, dass es ihr Kino ist.“ Um nah dran zu sein, ist er sich nicht zu schade, selbst Popcorn und Cola zu verkaufen und mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Das habe in Hamm funktioniert und sei in Lippstadt nicht anders.

Ticken die Kinobesucher in beiden Städten eigentlich ähnlich? „In Hamm haben Action und Horror dominiert“, sagt Dunke. „In Lippstadt läuft Action-Kino natürlich auch, aber es gibt auch eine Tendenz mehr in Richtung Komödie und Drama.“

Wurzeln in Hamm behalten

Ganz den Rücken gekehrt hat der 53-Jährige Hamm aber nicht. Er lebt weiterhin hier und ist Berufspendler. Aber Dunke hat auch noch ein kleines Büro in der Innenstadt, von dem aus er zwei Tage in der Woche arbeitet.

Wer den Raum betritt, weiß sofort, wofür sein Herz schlägt. Dort liegt ein Teppich, der an alte Tage erinnert. Er trägt den Schriftzug des „Cineplex“.

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