Theaterleiterin Dorothea Berger im Gespräch

Neue Cinemaxx-Leiterin enthüllt: Hammer sind Snack-Könige!

Dorothea Berger arbeitete sich intern zur Theaterleiterin hoch.
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Begann als Studentin in der Cinemaxx-Gruppe: Dorothea Berger arbeitete sich intern zur Theaterleiterin hoch.

Die neue Theaterleiterin des Cinemaxx Hamm, Dorothea Berger, schätzt das Publikum und die Stadt sehr, sagt sie im Interview. Eins zeichne die Hammer besonders aus: Sie sind wahre Snack-Könige.

Hamm - Ihr Start hätte ungünstiger nicht fallen können: Als Dorothea Berger neue Theaterleiterin im Cinemaxx wurde, durfte sie das Lichtspielhaus nach kurzer Anlaufphase Corona-bedingt gleich für längere Zeit wieder abschließen und im Lockdown ausharren. Nach dem Neustart im Juli hat der Betrieb Fahrt aufgenommen, und das Kino-Erlebnis ist zurück.

Berger ist seit der Kino-Übernahme durch Cinemaxx Ende 2018 die dritte Theaterleitung in Hamm. Zuvor war sie stellvertretende Theaterleiterin in Essen. Sie arbeitet seit acht Jahren für die Cinemaxx-Gruppe und begann seinerzeit in ihrer Heimatstadt Mülheim an der Ruhr mit einem Job während ihres BWL-Studiums. Mit WA.de sprach Berger über Kino in Hamm und seine Besonderheiten.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als die Kinos endlich wieder öffnen durften?
Ich habe mich total gefreut, das Haus wieder in Action zu sehen. Darauf haben alle sehnlichst gewartet. Und natürlich haben wir uns gefreut, dass das Publikum den Neustart am 1. Juli so gut angenommen hat. Die Gäste haben das Kinoerlebnis vermisst, und es war trotz der Sommerferienzeit sehr voll. Die Zeit des Lockdowns war für alle hart.
Wir haben natürlich versucht, Pläne zu machen, aber lange war ja nicht klar, wann es weitergehen würde. Am Ende waren wir gut vorbereitet. Nicht nur inhaltlich, sondern auch in Sachen Sicherheit und Hygiene. Das System funktioniert sehr gut und hat viel Lob erhalten.
Als Kind des Ruhrgebiets dürfte Ihnen Hamm von der Mentalität der Menschen gar nicht so fremd gewesen sein. Gibt es dennoch Besonderheiten, die Sie hier beobachten?
Das Wesen der Hammer kommt mir schon vertraut vor. Die Menschen sind geradeheraus. Ich bemerke hier ein hohes Gemeinschaftsgefühl und eine hohe Identifikation mit der Stadt. Man spürt, dass sich die Menschen hier wohlfühlen.
Wie würden Sie Hamm als Stadt beschreiben?
Es gibt hier aufgrund der Vergangenheit und Prägung ganz unterschiedliche Stadtteile. Das macht Hamm interessant. Von Ruhrgebiet bis bürgerlich. Kulturell ist hier vieles zu entdecken. Das Angebot ist groß. Insgesamt gibt es gute Freizeitmöglichkeiten. Und das fällt auf: Hamm und seine Außenanlagen sind sehr gut in Schuss. Man sieht zum Beispiel immer irgendwo städtische Mitarbeiter, die in den Grünanlagen arbeiten.
Wie würden Sie sein Kino-Publikum beschreiben?
Das Hammer Publikum ist sehr Kino-affin. Es ist sehr bunt gemischt: Familien, Schüler oder Studenten, im Abend-, Nachmittags- oder Wochenendbereich. Bisher sticht keine Gruppe besonders heraus.
Gibt es Vorlieben beim Hammer Publikum?
Cineastisch ist hier die ganze Palette ziemlich gleichmäßig abgedeckt, ohne dass sich aktuell bestimmte Genres besonders hervortun würden. Aber die Hammer sind ausgesprochen große Snack-Fans. Die Gäste verzehren sehr gerne, wollen offenbar das Rundum-Erlebnis. Das fällt beim konzerninternen Vergleich schon auf. Die Hammer sind sozusagen die Snack-Könige.
Seit August 2020 leitet Dorothea Berger das Kino.
Hamm hatte immer ein starkes VHS-Kino als externes Arthaus-Segment. Hat die Reihe Bestandsschutz?
Die Kooperation mit der VHS liegt dem Cinemaxx sehr am Herzen. Das VHS-Kino ist gut besucht und es gibt innerhalb der Reihe sehr viele Stammgäste. Die Ausrichtung mit Arthaus-Filmen ist eine wertvolle Ergänzung zum Blockbuster-Programm. Wir freuen uns, dass wir die Reihe im Haus haben.
Wie kommen die Preview-Reihen bei den Hammern an?
Auch die sind sehr gut gebucht. Vor allem die Familienpreviews sind sehr beliebt. Hier können die Gäste Filme teils drei bis fünf Tage vor dem offiziellen Start sehen. Das scheint die Menschen zu reizen und wird im privaten Umfeld sicher für Gesprächsstoff sorgen.
Welche Filme stechen bei den Besucherzahlen besonders heraus?
Das ist der neue Bond, der hier überragend lief und noch läuft. Darüber hinaus „Paw Patrol“ für Kinder und Familien, „Conjuring“ aus dem Horror-Segment, „Fast & Furious 9“ und „Black Widow“, der direkt bei der Neueröffnung sehr erfolgreich war. Also unterm Strich ein bunter Mix für alle Geschmäcker.
Werden Wünsche seitens des Publikums für weitere Events an Sie herangetragen?
Ja, und wir nehmen das Feedback des Publikums umgekehrt sehr ernst. So kommen wir beispielsweise dem Wunsch nach Originalfassungen immer wieder nach. Anime-Filme – auch gewünscht – laufen in der Regel einmal im Monat. Wir zeigen russische und polnische Filme, die gut besucht werden. Und auch türkische Filme werden sicher wiederkommen, wenn die Saison in der Türkei startet.
Welche besonderen Kino-Vorlieben haben Sie selbst?
Ich sehe gerne Dramen oder Thriller. Natürlich muss mich die Handlung ansprechen, aber mir kommt es in erster Linie auch auf die Schauspieler und die Regisseure an. Kino ist nicht nur Beruf, sondern schon immer ein fester Bestandteil meiner Freizeit gewesen. Auch an meinem Wohnort gehe ich in der Freizeit noch immer ins Kino.
Wo wird auf längere Sicht eine persönliche Handschrift von Ihnen ablesbar sein?
Es wird mir immer um das Feedback und das Wohlfühlen der Gäste gehen. Das nehme ich mir sehr zu Herzen. Wir wollen hier ein Wohlfühlerlebnis erzeugen. Die Gäste vertrauen dem Kino und nehmen sich Zeit dafür. Das möchte ich mit guten Konzepten bestätigen. Zudem bin ich sehr neugierig und experimentierfreudig, probiere gerne aus und schaue, wie es angenommen wird. Das betrifft beispielsweise den Gastro-Bereich. Hamm ist bei uns im Unternehmen einer von drei Standorten, an denen Milchshakes eingeführt wurden. Das funktioniert gut.
Was wünschen Sie sich zum Ende des Kino-Jahres 2021?
Ich wünsche mir weiter so viele Gäste, die unser Kino mit Leben füllen, denn die Menschen sind ein elementarer Teil des Kinoerlebnisses. Mit guten Filmen, Sound, Snacks und einer Atmosphäre, in der man es sich gemeinschaftlich gut gehen lässt.

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