Erstmals Tiny-House-Projekt in Hamm
Weg frei für Tiny Houses: Am Kanal soll ein ganz besonderes Hotel entstehen
Hamm als Hotelstandort boomt. Die Übernachtungszahlen steigen seit Jahren. Eine besondere Herberge aus "Tiny Houses" soll zeitnah weitere Gäste nach Hamm locken.
- Hamm könnte künftig noch attraktiver für Übernachtungsgäste werden.
- Zehn oder elf "Tiny Houses" sollen schon bald am Datteln-Hamm-Kanal stehen.
- In diesen kleinen Gebäuden soll man auf Probe wohnen können.
Hamm – Die Firma Diekmann aus Bockum-Hövel will ein „Tiny-House“-Hotel eröffnen und hat dafür eine Fläche der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) am Kanal gepachtet.
Zuletzt war der Bau eines neuen Hotels auf dem ehemaligen TerVeen-Gelände angekündigt worden. Insgesamt stieg die Zahl der Hotelübernachtungen zuletzt nochmals überraschend stark an.
Zwischen Adenauerallee und Kanalkante (siehe Luftbild von Hans Blossey und Google-Maps-Karte in diesem Artikel) sollen nach Planungen von Diekmann und der Stadt zehn oder elf Tiny Houses mit jeweils rund 20 bis 25 Quadratmetern Wohnfläche sowie ein Rezeptionsgebäude entstehen.
Dort sollen dann Menschen, die sich für den minimalistischen Wohnstil interessieren, probewohnen können. Dauerwohnen sei nicht zulässig.
Tiny Houses in Hamm: Preise und Verfügbarkeit fraglich
„Es gibt eine sehr hohe Nachfrage nach diesen kleinen Häusern. Und viele Interessenten wollen erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, auf so kleinem Raum zu wohnen. Das wollen wir in Hamm ermöglichen“, sagt Vera Lindenbauer von der Firma Diekmann.
Aktuell laufe die Detailplanung. Deshalb könnten zu Preisen und der Verfügbarkeit noch keine Angaben gemacht werden.
Das aktuell noch stark bewachsene, 2350 Quadratmeter große Grundstück östliche der Schleuse Hamm wurde bislang als Parkplatz für Angler und ehemals als Vereinsheim für die Kanusportler der Friedensschule genutzt.
Tiny Houses in Hamm: Erschließung von der Kolpingstraße
Die Erschließung für die Hotel-Siedlung erfolgt von der Kolpingstraße. Zur Kanalseite gibt es einen Zugang für Fußgänger und Radfahrer.
Der Pachtvertrag mit der Bima laufe unbefristet, erklärt Lindenbauer. Da das Grundstück perspektivisch für den Kanalausbau benötigt wird, muss die Minihaus-Kolonie in einigen Jahren aber wohl wieder weichen.
Bis das passiert, dürfte es aber noch dauern. Von mindestens zehn Jahren bis zum Beginn der Arbeiten gehe die Verwaltung aus, erklärt Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage.
Tiny Houses in Hamm: Drei weitere Standorte
Neben dem Standort am Kanal gibt es noch drei weitere Flächen, auf denen perspektivisch Tiny Houses – dann auch für dauerhaftes Wohnen – aufgestellt werden sollen. Auf einem städtischen Grundstück am Kissinger Weg 39 soll mit zwei bis drei Mini-Häusern eine Baulücke geschlossen werden, die dort seit April 1979 klafft. Von 1907 an stand dort die Evangelische Westschule II.
Im CreativRevier Heinrich Robert sollen ebenfalls Flächen für Tiny Houses bereitgestellt werden. Bis dort aber die ersten Häuser für Wohn-Minimalisten stehen, wird es wohl noch eine ganze Zeit lang dauern. Aktuell steht das betroffene Areal noch unter Bergaufsicht, das Planungsrecht müsse erst noch erarbeitet werden, heißt es in einer Mitteilungsvorlage.
Ähnlich sieht es bei einer Fläche in Rhynern aus, die von einem Privatmann für dauerhaftes Wohnen in Tiny Houses entwickelt werden soll. Technische und rechtliche Anforderungen sowie die Wirtschaftlichkeit seien dort noch nicht abschließend geklärt, weshalb der genaue Standort noch nicht benannt werden könne, so Herberg.
