Ritterstraße: Planungsrecht soll Prostitution verhindern
HAMM - Die Stadt macht ernst: Nachdem der WA im Oktober über die Pläne einer „gewerblichen Zimmervermietung“ an der Ritterstraße berichtet hatte, kündigte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann (CDU) an, ein Bordell in der Innenstadt mit allen Mitteln verhindern zu wollen.
Nun soll der Rat in seiner Sitzung am 16. September den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes „Am City-Center“ fassen. Durch den Bebauungsplan soll, wie die Stadt in dem Beschluss darlegt, die Möglichkeit entstehen, die Ansiedelung von Vergnügungsstätten sowie Bordellen und bordellartigen Betrieben planungsrechtlich zu steuern.
Der Geltungsbereich des 1,4 Hektar großen Plangebietes führt entlang des Westrings und des Westenwalls und umfasst das City-Center, das Westentor und einen Teil der Ritterstraße. Für das Plangebiet besteht bereits ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1974, dieser sei aber mit seinen Festsetzungen in weiten Teilen überholt.
Stadt: Ritterstraße nicht positiv entwickelt
Deshalb sei eine komplette Überarbeitung des Bebauungsplans notwendig. Die gewerbliche Zimmervermietung wird dann, so das Kalkül, gleich mit beerdigt. Aus Sicht der Stadtverwaltung hat sich die Ritterstraße in den vergangenen Jahren nicht positiv entwickelt. Leerstände seien zu verzeichnen und eindeutige „Trading-Down-Effekte“ zu beobachten.
Lesen Sie zu diesem Thema auch:
Kein "Rotlicht" an der Ritterstraße
Puff-Pläne für die Innenstadt werden erschwert
Es bestehe die Gefahr, dass der negative Prozess durch ein Bordell noch verstärkt wird, heißt es in der Beschlussvorlage für die Ratspolitiker. Im „Rücken“ der Fußgängerzone gelegen, könne ein weiteres Abrutschen dieses Straßenzuges auch negativen Einfluss auf den angrenzenden Versorgungsbereich haben.
Hinzu komme, dass sich dort schon eine Spielhalle befindet. Weil von Bordellen und bordellartigen Betrieben „mitsamt ihren milieubedingten Begleiterscheinungen“ negative Entwicklungen für die Innenstadt erwartet werden, sei die planungsrechtliche Steuerung nun zwingend geboten. - asc