Hammer Baustellen-Zeitplan soll gerettet werden
Boykott am Bahndamm: Wie die Bahn weitere Bomben aufstöbern will
Hamm - Mithilfe eines sogenannten Georadars will die Deutsche Bahn mögliche weitere Blindgänger an der Bahnstrecke Hamm-Dortmund finden. Bezirksregierung und Stadt stehen dem Vorhaben eher skeptisch gegenüber.
Am Freitag war bei Gleisbauarbeiten in Lohauserholz in geringer Tiefe eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft worden. Die Baufirma Spitzke, die dort mit einer Gleisbaumaschine tätig ist, arbeitet dort nach Bahnangaben aus Sicherheitsgründen vorerst nicht weiter.
Mit Veränderungen im Bauablauf will die Bahn den Zeitplan für die Großbaustelle retten; am 10. September soll der Zugverkehr wieder aufgenommen werden. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem sogenannten Georadar. Dabei werden wie bei einem Echolot elektromagnetische Wellen ausgesandt und von Störkörpern – beispielsweise Blindgängern – im Erdreich reflektiert. Eine Spezialfirma bietet dieses Verfahren insbesondere in schwierigen Lagen wie dem Gleisbau an, in dem die übliche Oberflächendetektion mittels Metalldetektor versagt.
Genau das ist an der Strecke der Fall, wie die Stadt mitteilt. Im Gleisbereich befänden sich so viele Metallteile im Erdreich, dass die Untersuchung per Metalldetektor wirkungslos bleibe. Beim Georadar ist man in Hamm trotzdem skeptisch: Das Verfahren sei hier noch nie angewandt worden, sagte ein Sprecher. Ob die Suche per Georadar erfolgversprechend ist, wollte man weder bei der Stadt noch bei der Bezirksregierung kommentieren.
Die Arnsberger Behörde hat zumindest keine Einwände gegen die erneute Blindgängersuche, weist aber auf Arbeitsschutzauflagen der Berufsgenossenschaft hin. Sollten neue Verdachtspunkte für Blindgänger ermittelt werden, sei unverzüglich der Kampfmittelräumdienst der Behörde hinzuzuziehen, sagte eine Sprecherin.
Riesige Gleisbaumaschine zwischen Hamm und Dortmund




Luftbilder ausgewertet
Im Vorfeld der Großbaustelle zwischen Hamm und Dortmund war der Gleisstrang bereits auf Blindgänger untersucht worden. Dabei waren Luftbilder der Alliierten ausgewertet worden. Im Hammer Bereich habe es sechs Verdachtspunkte gegeben, die mittels Sondierungsbohrung überprüft worden seien, sagte die Bezirksregierungssprecherin. Die Untersuchungen seien ergebnislos verlaufen. Einer der Verdachtspunkte habe in der Nähe des entschärften Blindgängers gelegen; bei der Untersuchung im Juli sei aber nichts gefunden worden.



