Beste Innenstadtlage, die auf Antworten wartet
Baulücke neben Woolworth: Bald soll Klarheit zum Neubau herrschen
Wie ein fehlender Schneidezahn wirkt die frische Baulücke neben Woolworth in Hamm. Doch wie wird sie aufgefüllt? Wir waren neugierig und haben nachgefragt.
Hamm – Der Abbruch der Ritterstraße 40 ist längst vollzogen, die archäologische Untersuchung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist abgeschlossen, das Baufeld eingeebnet und freigegeben. Wer dort in zentraler Innenstadtlage baut und vor allem auch was, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch offen. Nach Auskunft von Stadtsprecher Tom Herberg bereitet die Stadt den weiteren Verfahrensweg vor. Bis zu den Sommerferien soll Klarheit herrschen, wie es an dieser Stelle weitergeht.
Eigentümerin ist die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), die den alten Komplex mit Restaurant und Spielhalle und Wohnungen in den Obergeschossen 2020 erworben hatte. Zwischenzeitlich war von einem Wettbewerbsverfahren die Rede, wie es auch an anderer Stelle durchgeführt worden war. Nach WA-Informationen haben aber auch Interessenten unabhängig davon Interesse an der Entwicklung des Grundstücks angemeldet.
Stadtbaurat Andreas Mentz hatte im Zuge des Abrisses deutlich gemacht, dass sich die Stadt eine andere Nutzung als eine zu reinen Wohnzwecken wünscht. Vorstellbar seien in Ergänzung zu vorhandenen Angeboten zum Beispiel medizinische Einrichtungen, hatte Mentz im November gesagt.
Die SEG hatte sich die Schrottimmobilie gesichert, um Stadtentwicklung in der eigenen Hand zu behalten. Vor einigen Jahren war das Objekt einmal auf einem Immobilienportal aufgetaucht – damals mit der Option, hier ein Bordell zu errichten. Die Stadt hatte dies mit einer Bebauungsplanänderung verhindert. Damals sollte das Objekt 1,35 Millionen Euro erzielen, die SEG erwarb es nach WA-Informationen für 800.000 Euro und erhielt eine Förderung für das Abriss- und Neubauvorhaben aus dem Problemimmobilienprogramm des Landes NRW.
Zwar blieb die Begutachtung der Baustelle durch den LWL aus archäologischer Sicht laut Stadt ohne historische Funde, doch der Hammer Heimatforscher und Bodendenkmalpfleger Günter Wiesendahl hält Brunnenfunde auf dem Gelände in Richtung Westenwall je nach Tiefe der späteren Ausschachtungen noch für möglich. Ein Brunnen sei seinerzeit in der gleichen Zeile auch weiter nordöstlich auf dem heutigen Wittekindshof-Gelände (ehemals Halberstadt) gefunden worden.