Wohlfahrtsverbände schlagen Alarm
ASB-Insolvenz: Probleme wie ein langer Rattenschwanz
Die Insolvenz des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) hat in Hamm einen langen Rattenschwanz an Herausforderungen zur Folge. Die Auswirkungen sind in vielen Bereichen zu spüren.
Hamm – Die meisten der einst 85 ASB-Mitarbeiter haben seit Montag keinen Job mehr, für einen Gutteil von hunderten Betreuungsangeboten und -diensten gibt es (noch) keine Nachfolgeregelung: So stellt sich aktuell die Lage rund um den vor der Pleite stehenden Arbeiter-Samariter-Bund in Hamm und Soest (Regionalverband Mittleres Westfalen e.V.) dar.
Während das Dortmunder Insolvenzgericht am Dienstag, 2. Juli, das Insolvenzverfahren auch formell eröffnete, schlug insbesondere die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Hamm (AG Wohlfahrt), zu der neben der Awo Ruhr-Lippe-Ems (Awo RLE) auch der Caritasverband, Der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie die Diakonie gehören, Alarm. „Sicher ist, dass die AG-Wohlfahrt nach jetzigem Stand nicht alle Klientinnen und Klienten versorgen kann“, teilte AG-Sprecher Rainer Goepfert, zugleich auch Geschäftsführer der Awo RLE, per Pressemitteilung mit.
ASB-Insolvenz in Hamm: Ambulant Betreutes Wohnen ganz übel
Natürlich versuche die AG-Wohlfahrt, die Lücken im Rahmen ihrer Möglichkeiten bestmöglich zu schließen. Mit der Übernahme des Hausnotrufs durch die Caritas sei auch ein erster wichtiger Schritt getan. Auch der Fahrdienst des Awo-Tochterunternehmens „DasDies“ werde in Einzelfällen Fahrten übernehmen, „längst aber nicht alle Kunden bedienen können“, so Goepfert.
Im Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens – 90 Klienten aus Hamm, 70 aus dem Kreis Soest sind betroffen – malt Goepfert ziemlich schwarz. Die Träger der AG-Wohlfahrt seien schon jetzt ausgelastet „und nur sehr begrenzt aufnahmefähig“. Hier müsse schnellstmöglich eine Lösung für die unversorgten und unterstützungsbedürftigen Menschen gefunden werden.
ASB-Insolvenz in Hamm: AG Wohlfahrt mahnt zu Nachbesserung
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) teilte hierzu am Dienstag mit, dass genau nachgehalten werde, welche Klienten sich bereits gemeldet und Kontakt zu einem alternativen Dienst aufgenommen hätten. Der LWL stehe in Kontakt mit den Leistungserbringern und habe ein entsprechendes Meldeformat abgestimmt. Blieben Rückmeldungen der Klienten aus, solle über niederschwellige Dienste vor Ort Kontakt zu diesen Menschen aufgenommen werden.
Die AG Wohlfahrt macht schon seit Längerem auf die schlechte finanzielle Situation in der Freien Wohlfahrtspflege aufmerksam. Neben der Offenen Ganztagsschulen seien die Migrationsdienste, die Kindertagesbetreuung und Angebote der Eingliederungs- und Altenhilfe betroffen. Wenn hier nicht nachgebessert werde, seien weitere Angebotseinschränkungen und Insolvenzen – nicht nur in Hamm – absehbar.
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