Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter kippt völlig: Unsichtbarer Himmelsstrom verhindert Winter in Deutschland
Ein atmosphärischer Riese blockiert derzeit jede Winterhoffnung. Warum dieser Himmelsstrom aktuell mildes Wetter erzwingt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Der Jetstream ist ein schmales Band rasender Winde in rund zehn Kilometern Höhe, das die Wetterzüge der Nordhalbkugel steuert. Er entsteht aus Temperaturgegensätzen zwischen tropischer Wärme und polarer Kälte und mäandert wie ein gewaltiger Luftfluss um die Erde.
Wird er glatt und schnell, ziehen Systeme zügig durch. Bildet er aber große Wellen, verändert er das Wetter ganzer Kontinente. Von seiner Form hängt ab, ob wir in Mitteleuropa frieren, versinken oder ungewöhnliche Wärme erleben.
Warum uns der Jetstream Winter bringen kann – oder eben nicht
Ende November sorgte ein tiefes Wellental des Jetstreams dafür, dass arktische Kaltluft direkt nach Mitteleuropa gelangte und kurz winterliche Verhältnisse schuf. Nun liegt die Strömung völlig anders: Ein stark ausgeprägter Wellenberg reicht von Südeuropa bis zu uns und lenkt milde Südwestluft heran.
Diese wird Richtung zweitem Advent sogar noch verstärkt. Der Jetstream drückt die warmen Luftmassen regelrecht zu uns, weshalb nachhaltiges Winterwetter derzeit keine Chance hat. Solange diese Lage bestehen bleibt, dominiert milde Witterung. Der dritte Advent dagegen könnte Schnee bringen.
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Hängt das mit dem Klimawandel zusammen?
Forschende diskutieren, ob der Klimawandel den Jetstream häufiger in Positionen festhält, die bestimmte Wetterlagen blockieren. Eine schwächer werdende Temperaturdifferenz zwischen Arktis und Tropen könnte den Strom welliger und instabiler machen.
Das begünstigt langanhaltende Muster – sowohl frostige als auch ungewöhnlich milde. Sicher ist: Der aktuelle Wellenberg hält Winterluft zuverlässig von uns fern. Erst wenn der Jetstream erneut umschwenkt, bekommt echter Winter eine Chance.
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