Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Europäisches Wettermodell zeigt Temperatursturz: Eiskalte Höhenluft im Anmarsch – turbulente Woche erwartet
Erst Frühlingswärme, dann eisiger Absturz: Das europäische Wettermodell zeigt einen heftigen Temperaturwechsel. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Das europäische Wettermodell sorgt derzeit für Aufsehen: Nach einem extrem milden Wochenbeginn könnte zum kommenden Wochenende (15. und 16. November) ein markanter Wintereinbruch bevorstehen.
Laut den Simulationen ziehen zunächst ungewöhnlich warme Luftmassen aus Südwesten über Mitteleuropa – in rund 1500 Metern Höhe werden am Mittwoch (12. November) und Donnerstag (13. November) Temperaturen zwischen +10 und +15 Grad erwartet. Solche Werte entsprechen fast sommerlichen Verhältnissen in der Höhe, was am Boden Spitzenwerte bis 17 oder 18 Grad ermöglichen dürfte. Doch die Wetterlage soll sich laut Modell rasend schnell drehen.
Wetter in Deutschland: Eiskalte Höhenluft im Anmarsch
Ab Freitag (14. November) berechnet das europäische Modell (ECMWF) einen massiven Vorstoß polarer Kaltluft aus Norden. Innerhalb weniger Stunden würde die Temperatur in der mittleren Atmosphäre auf –4 bis –8 Grad absacken. Das wäre ein Temperatursturz von rund 20 Grad in nur zwei Tagen – ein regelrechter Kollaps der milden Luftmassen.
Damit steigt auch in den Mittelgebirgen und teils in tieferen Lagen die Chance auf Schnee. Die Schneehöhenkarten zeigen bereits erste weiße Flächen, vor allem im Sauerland, im Harz und in Teilen der Alpen. Ein solch abrupter Wetter-Übergang von frühlingshaft zu winterlich erlebt man selbst als Meteorologe nicht oft.
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Turbulente Wetterwoche erwartet
Ob der Wintereinbruch wirklich so heftig ausfällt, ist allerdings noch offen. Auch das US-Modell GFS sieht den Umschwung, rechnet aber mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Dort bleibt es in tieferen Lagen vorerst bei kühlem Regen statt Schneefall. Dennoch sind sich die Modelle in der Grundstruktur einig: Nach einer ungewöhnlich milden Phase wird es zum nächsten Wochenende deutlich frischer. Das Zusammenspiel aus Warmluftzufuhr, Kaltlufteinbruch und möglicher Schneefallgrenze verspricht eine äußerst spannende Wetterwoche – mit allem, was Herbst und Frühwinter meteorologisch zu bieten haben.
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