Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Wintereinbruch Mitte November? Wettermodell kündigt Schnee bis ins Tiefland an

Das ECMWF-Modell sieht eisige Luftmassen und Schnee bis in tiefe Lagen ab Mitte November. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Das europäische Wettermodell ECMWF sorgt aktuell für Aufsehen: Nach einer ungewöhnlich milden Herbstphase deutet sich rund um den 15. November ein markanter Temperatursturz an. Aus dem Norden soll polare Kaltluft direkt nach Mitteleuropa vordringen und Deutschland mitten im Herbst mit winterlichen Bedingungen überraschen.

Erstes Schneetreiben der kommenden Wintersaison? Das europäische Wettermodell ECMWF rechnet nach dem 15. November mit den ersten weißen Landschaften.

Besonders um den 17. November herum simuliert das Modell eine dünne Schneedecke, die sich von Brandenburg und Berlin bis nach Westdeutschland ausbreiten könnte. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, wäre das der erste flächige Wintereinbruch der neuen Saison – und das noch vor dem meteorologischen Winterbeginn. Ein durchaus bemerkenswertes Signal, das viele Schneefreunde hoffen lässt.

Wetter-Modelle uneinig: GFS bleibt skeptisch – ECMWF sieht Wintereinbruch

Während das ECMWF von Schneefällen bis ins Flachland träumt, bleibt das amerikanische Wettermodell GFS der NOAA deutlich zurückhaltender. Es sieht zwar ebenfalls eine Abkühlung in der zweiten Novemberhälfte, rechnet aber nicht mit Schnee bis in tiefe Lagen. Stattdessen erwartet es eher kühle Schauer und Schneeflocken höchstens in den Mittelgebirgen.

Diese Unterschiede sind typisch, denn in der Vergangenheit hat das ECMWF seine Schneesimulationen oft zu großzügig angesetzt. Besonders die Berechnungen für Schneehöhen neigen zu Übertreibungen, wenn die tatsächlichen Temperaturen nur knapp um den Gefrierpunkt liegen. Daher bleibt unklar, ob sich die winterlichen Szenarien überhaupt realisieren oder ob sie am Ende nur auf den Modellkarten existieren.

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Wintereinbruch in Deutschland? Zwischen Hoffnung und Realität

Trotz der Unsicherheiten ist die Entwicklung für Wetterinteressierte spannend. Der Zeitraum zwischen dem 15. und 20. November könnte tatsächlich eine Umstellung in der Großwetterlage bringen. Ein Hoch über Skandinavien würde kalte Luft aus dem Polargebiet nach Mitteleuropa lenken, während das Nordmeer derzeit ungewöhnlich kühl ist – beides spricht für ein gewisses Kältepotenzial.

Ob daraus jedoch ein richtiger Wintereinbruch wird oder nur ein kurzer Vorgeschmack auf den Winter folgt, bleibt offen. Fest steht: Die warmen Tage gehen zu Ende, und der November zeigt bald seine kalte Seite. Der Winter steht in den Startlöchern – aber ob er wirklich schon zuschlägt, entscheidet sich erst in den nächsten Tagen.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bernd März

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