Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Tückischer Windchill-Effekt an Weihnachten: Erfrierungen drohen – Wetter-Phänomen hat es in sich
Polarer Wind, Minuswerte und Sturm machen Weihnachten 2025 zur Kälteprobe mit Risiko für Erfrierungen bei Aktivitäten im Freien. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Ein markanter Kaltlufteinbruch prägt die Weihnachtstage. Gemessene Temperaturen zwischen minus fünf und plus vier Grad wirken harmlos, doch der starke Wind mit Böen von 60 bis 70 km/h, in höheren Lagen bis 80 km/h, senkt die gefühlte Temperatur drastisch.
Der Windchill entzieht dem Körper Wärme, beschleunigt Verdunstung und lässt selbst bei Sonnenschein winterlich frieren. So können sich Werte um minus 15 Grad anfühlen. Schnee ist regional Mangelware, dennoch vermittelt die Kombination aus Kälte, Wind und klarer Luft ein voll ausgeprägtes Wintergefühl. Viele Menschen unterschätzen diese Wirkung, weil Thermometerzahlen vertraut erscheinen und optische Winterreize fehlen, besonders in urbanen Lagen zur Weihnachtszeit.
Warum sich das Wetter so eisig anfühlt – Gefahren für Haut und Gesundheit
Bei starkem Wind steigt das Risiko für Erfrierungen deutlich. Ungeschützte Hautpartien wie Finger, Zehen, Nase und Ohren können bereits nach 30 Minuten Schaden nehmen, wenn der Windchill sehr niedrig ist. Erste Warnzeichen sind Taubheit, Blässe und stechender Schmerz. Auch Unterkühlung droht, vor allem bei längeren Aufenthalten im Freien, sportlichen Aktivitäten oder bei Kindern und älteren Menschen. Alkohol verstärkt die Gefahr, da er die Wahrnehmung trübt.
Mehrlagige Kleidung, Windschutz, Mütze und Handschuhe sind entscheidend. Regelmäßige Pausen in warmen Räumen und das Vermeiden längerer Standzeiten reduzieren Risiken erheblich, vor allem während sonniger, aber trügerisch kalter Feiertage mit viel Wind und trockener Luft.
Ein Eisschock zu Weihnachten ist selten, aber nicht beispiellos. Solche Lagen entstehen, wenn polare Luftmassen ungehindert nach Mitteleuropa strömen und Hochdruck für Sonne sorgt, während der Druckgradient den Wind antreibt. Ob der Winter dauerhaft Fuß fasst, bleibt offen, denn milde Phasen können rasch folgen. Kurzfristig gilt jedoch Vorsicht bei Outdoor-Aktivitäten am ersten und zweiten Weihnachtstag. Wer sich gut vorbereitet, kann den klaren Wintertag genießen, ohne gesundheitliche Folgen zu riskieren.
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Wichtig ist, Wetterwarnungen zu beachten, Exposition zu begrenzen und Anzeichen von Kälteschäden ernst zu nehmen, insbesondere bei starkem Wind, längeren Wegen und ungeübten Personen während der Feiertage und in exponierten Lagen landesweit regional.
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