„Für mindestens drei Tage“

Schneesturm erreicht Deutschland: Experten empfehlen Notvorräte – das gehört in jeden Haushalt

Schneestürme und Glatteisbildung ziehen über das Land. Notvorräte sind bei Extremwetter besonders wichtig. Was Sie zu Hause haben sollten.

Hamm – Sturmtief „Elli“ rast mit voller Wucht auf Deutschland zu und bringt Schneemassen, eisige Winde und gefährliche Glatteisbildung mit sich. Meteorologen warnen vor einem der heftigsten Winterstürme seit Jahren, der bereits am Freitag (9. Januar) weite Teile des Landes lahmlegen könnte. Die Deutsche Bahn hat bereits vorsorglich ihren Fernverkehr eingeschränkt, während Experten dringend dazu raten, sich auf mehrtägige Versorgungsengpässe vorzubereiten.

Das Schneechaos kann die Versorgung in Deutschland beeinträchtigen. Daher gilt: Vorrat anschaffen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) betont schon seit Langem die Bedeutung privater Notvorsorge – gerade bei extremen Wetterlagen oder sonstigen Notsituationen. Bereits wenige Tage ohne funktionierende Infrastruktur können zur echten Herausforderung werden.

Schneestürme und andere Krisensituationen: Bundesamt empfiehlt Grundausstattung für Haushalte

Die offizielle Empfehlung des BBK, das eine Checkliste zur Verfügung stellt, ist eindeutig: Jeder Haushalt sollte für mindestens zehn Tage autark überleben können. Diese Zeitspanne reicht in der Regel aus, bis staatliche Hilfe eintrifft oder die Krisensituation überstanden ist. Besonders wichtig wird diese Vorbereitung, wenn Sturmtief Elli wie prognostiziert für Schneeverwehungen, umgestürzte Bäume und unterbrochene Versorgungsleitungen sorgt.

Pro Person und Tag gelten laut der Broschüre des BBK folgende Empfehlungen:

  • Getränke: 2 Liter, davon 0,5 Liter Wasser zum Kochen
  • Getreide, Nudeln, Brot, Kartoffeln: 0,33 kg
  • Gemüse, Pilze: 0,4 kg
  • Obst: 0,25 kg
  • Milchprodukte: 0,25 kg
  • Eier, Fleisch, Wurst und Fisch: 0,12 kg
  • Fette, Öl: 33 g

Bei der Nahrungsmittelbevorratung gilt die Faustregel von 2.200 Kilokalorien pro Person und Tag. Besonders bewährt haben sich haltbare Lebensmittel wie Konserven, Nudeln, Reis, Haferflocken und Knäckebrot. Auch Nüsse, Trockenfrüchte und eingekochte Marmeladen liefern wichtige Energie und Vitamine. Wichtig: Die Lebensmittel sollten auch ohne Strom zubereitet werden können. Verbraucher können ihren Vorrat über einen Kalkulator auf ernaehrungsvorsorge.de berechnen.

In einem Instagram-Beitrag der Stadt Fehmarn wies Bürgermeister Jörg Weber auf den bevorstehenden Schneesturm hin. Er rät zu Vorräten „von Lebensmitteln für mind. 3 Tage, damit der eigene Wohnbereich während der schwierigen Wetterlage nicht verlassen werden muss.“

Schneesturm in Deutschland: Wärme, Licht und Kommunikation – diese Ausrüstung kann Leben retten

Wenn Sturmtief Elli für längere Stromausfälle sorgt, werden warme Kleidung und alternative Wärmequellen überlebenswichtig. Bereits bei Körpertemperaturen unter 35 Grad Celsius beginnen laut deximed.de lebensgefährliche Prozesse: Das Herz schlägt unregelmäßig, die Atmung wird flacher, und das Bewusstsein kann schwinden. Warme Decken, Schlafsäcke und mehrere Schichten Kleidung nach dem Zwiebelprinzip helfen dabei, die Körpertemperatur zu halten. Wichtig ist dabei atmungsaktive Kleidung direkt auf der Haut, darüber isolierende Schichten wie Wolle oder Fleece, und als äußerste Schicht wind- und wasserdichte Materialien.

Kerzen können zwar für etwas Wärme sorgen, bergen aber Brandgefahr – sicherer sind Teelichter in feuerfesten Behältern, spezielle Notfallkerzen sowie Taschenlampen. Ein batteriebetriebenes oder solarbetriebenes Radio ermöglicht den Empfang wichtiger Durchsagen der Behörden und Wetterwarnungen. Moderne Powerbanks können Smartphones mehrere Tage lang mit Strom versorgen und damit die Kommunikation zu Angehörigen aufrechterhalten.

Neben Hygienemitteln wie Klopapier, Taschentüchern und Zahnpasta sollten Verbandsmaterial, Schmerzmittel, Fieberthermometer und Desinfektionsmittel griffbereit sein. Gerade bei Schneestürmen steigt das Verletzungsrisiko durch Stürze auf glatten Wegen oder beim Schneeschaufeln erheblich. Ein Notvorrat an wichtigen Medikamenten für mindestens eine Woche sollte immer im Haus sein – bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzproblemen können bereits wenige Tage ohne Medikamente lebensgefährlich werden. (Quellen: Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, ernaehrungsvorsorge.de, deximed) (jaka)

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Rubriklistenbild: © Collage Marcus Brandt/picture alliance/dpa - Bihlmayerfotografie/IMAGO

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