Anschlag
Blackout wie in Berlin – warum ein heftiger Stromausfall auch NRW treffen könnte
Nach dem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin stellt sich für viele NRW-Bürger die Frage: Wie gut sind wir geschützt? Innenminister Reul warnt.
Hamm - Nach einem Brandanschlag auf Stromkabel sind im Südwesten von Berlin seit Samstagmorgen, 3. Januar, zehntausende Menschen ohne Strom und Heizung. Rund 30.000 Haushalte sowie etwa 1700 Gewerbekunden waren auch Tage nach der Tat noch von der Energieversorgung abgeschnitten, Schulen und Kitas blieben geschlossen – bei winterlichen Temperaturen. Nach Angaben von Polizei und Behörden handelt es sich um einen mutmaßlich linksextremistischen Anschlag.
Die Ereignisse in Berlin haben auch in Nordrhein-Westfalen eine Debatte ausgelöst. NRW-Innenminister Herbert Reul warnte im Interview mit dem WDR davor, die Gefahr zu unterschätzen. Ein ähnlicher Anschlag könne grundsätzlich auch NRW treffen. „Wir haben eine Infrastruktur, die angreifbar ist“, sagte Reul. Über viele Jahre sei das Thema nicht ernst genug genommen worden, zudem seien sensible Informationen durch eine „Transparenteritis“, wie er es nennt, zu leicht öffentlich zugänglich gewesen.
Anschlag auf Stromnetz: Reul sieht Gefahr auch für NRW
Reul betonte, dass sich der Staat und die Betreiber kritischer Infrastruktur besser schützen müssten. So wie Unternehmen teure Maschinen absichern oder sich gegen Cyberangriffe wappnen, müsse auch der Schutz von Stromnetzen, Bahnstrecken und anderen sensiblen Bereichen neu gedacht werden, sagte der Innenminister dem WDR. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es keine absolute Sicherheit geben könne: Angesichts tausender Bahnkilometer oder weit verzweigter Stromnetze lasse sich nicht jeder Punkt permanent bewachen.
Um bei der derzeitigen Lage in Berlin Unterstützung zu leisten, schickt Nordrhein-Westfalen nun 25 Notstrom-Anhänger nach Berlin. Das bestätigt das NRW-Innenministerium am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Mit Stromausfällen hat seit Herbst 2025 auch regelmäßig die Gemeinde Bönen im Kreis Unna zu kämpfen. Für die Problematik gibt es eine bestimmte Ursache. (ds/dpa)
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