Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wettersturz und Schnee bis in tiefe Lagen: Zeitpunkt scheint jetzt klar, wann es weiß wird
Ein kräftiges Tief bestimmt das Wettergeschehen über Deutschland. Es bringt erst Dauerregen und Tauwetter, bevor die Schneefallgrenze deutlich sinkt. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Im Mittelpunkt der Wetterentwicklung steht ein markantes Tiefdruckgebiet, das von Westen nach Osten über Deutschland zieht. Bereits ab Dienstagnachmittag (10. Februar) setzt verbreitet Regen ein, der sich bis Freitag (13. Februar) immer wieder verstärkt. Besonders im Schwarzwald können sich große Mengen summieren, lokal sind bis zu 100 Liter pro Quadratmeter möglich.
Gleichzeitig steigen die Temperaturen vorübergehend auf zweistellige Werte, wodurch vorhandener Schnee stark antaut. Dieses Zusammenspiel aus Regen und Tauwetter sorgt regional für hohe Wasserabflüsse, nasse Böden und steigende Pegelstände. Das Tief lenkt dabei immer neue Wolkenfelder ins Land und bestimmt mit seinem Frontensystem das wechselhafte und zeitweise windige Wettergeschehen.
Wettersturz und Schnee bis in tiefe Lagen
Während das Tief weiter ostwärts zieht, verändert sich seine Rückseite entscheidend für die Wetterlage. Hinter der Regenzone gelangt zunehmend kalte Höhenluft nach Deutschland. Diese sorgt dafür, dass die Schneefallgrenze ab Freitagabend und besonders zum Samstag (14. Februar) hin spürbar absinkt.
In höheren Lagen fallen die Niederschläge wieder häufiger als Schnee, während in tieferen Regionen zunächst Schneeregen möglich ist. Die Luft fühlt sich deutlich kälter an als zuvor, obwohl die Temperaturen nur schrittweise zurückgehen. Typisch für solche Tiefdrucklagen ist der rasche Wechsel von milden und kühlen Phasen, ausgelöst durch die Drehbewegung des Systems.
Sinkende Schneefallgrenze und unbeständiges Wochenende
Ab Samstag prägt weiterhin der Einfluss des abziehenden Tiefs das Wetter, denn die eingeflossene Kaltluft bleibt zunächst wetterbestimmend. Schauerartig verstärkte Niederschläge können dann selbst in mittleren Lagen zeitweise als Schnee fallen, vor allem ab etwa 300 bis 400 Metern Höhe. In tieferen Regionen bleibt es meist nasskalt mit Schneeregen oder Graupel.
Nachts besteht erhöhte Glättegefahr, da nasse Straßen rasch auskühlen können. Das Wochenende zeigt sich damit deutlich ungemütlicher als die Tage zuvor, mit wechselnden Wolken, Schauern und kühlen Temperaturen. Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark ein einzelnes Tief den Ablauf von Regenphase, Tauwetter und anschließender Abkühlung steuern kann.
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