Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Bevorstehende Wetterlage will sich kaum stabilisieren – Modelle rücken genauen Zeitraum in den Fokus

Eine Wetterachterbahn steuert auf die närrischen Tage zu: mit Schnee, Regen, Tauwetter und neuen Kälteschüben. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Zwischen rasch ziehenden Atlantiktiefs und kurzen Kaltlufteinbrüchen baut sich über die Karnevalstage eine Wetterlage auf, die sich kaum stabilisieren will. Warme Luftmassen schieben sich immer wieder aus Westen nach Mitteleuropa, werden aber von kühleren Schüben unterbrochen, die rückseitig der Tiefs einsickern. Dadurch entstehen wechselnde Niederschlagsarten, mal Schnee, mal Regen, oft sogar innerhalb weniger Stunden.

Die Prognosen drehen am Rad. Im Westen wird nun viel Niederschlag erwartet, mal als Regen, dann wieder sogar als Schnee. Chaotische Tage stehen an.

Für Meteorologen bedeutet das: Die kleinste Verschiebung der Zugbahn entscheidet darüber, ob es nasskalt bleibt oder plötzlich taut. Gerade in einer dynamischen Westlage reagieren die Modelle besonders sensibel auf neue Messdaten aus dem Atlantik, wo viele Tiefdruckgebiete entstehen.

Warum globale Wettermodelle alle sechs Stunden neu rechnen

Die großen globalen Wettermodelle laufen in festen Zyklen, typischerweise um 00, 06, 12 und 18 UTC (Weltzeit). Der Grund ist die Datenassimilation: Weltweit werden Radiosonden, Satellitenmessungen, Flugzeugdaten und Bodenstationen gesammelt und in das Modell eingespeist. Dieser Prozess ist extrem rechenintensiv, weshalb er nicht ständig, sondern in diesen festen Abständen stattfindet.

Jede neue Datenrunde kann kleine Änderungen im Strömungsmuster auslösen, die sich in den Folgetagen stark verstärken. Wenn die Lage ohnehin chaotisch ist, wirken diese Updates wie ein Hin und Her der Prognosen, obwohl das Modell nur auf neue Informationen reagiert.

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Warum die Wetter-Unsicherheit mal nach vier, mal erst nach sieben Tagen wächst

Wie schnell Prognosen unsicher werden, hängt stark von der großräumigen Strömung ab. In einer stabilen Hochdrucklage bleiben Vorhersagen oft lange konsistent. In einer aktiven Westdrift mit starkem Jetstream hingegen können kleine Fehler rasch anwachsen. Blockings, Wellen im Polarfrontjet oder Temperaturkontraste über dem Atlantik entscheiden darüber, wie lange ein Modell stabil bleibt.

Deshalb kann eine Lage schon nach wenigen Tagen auseinanderlaufen, während andere Muster erst eine Woche später größere Streuungen zeigen. Genau dieses Zusammenspiel sorgt jetzt dafür, dass die Modellkarten alle sechs Stunden sichtbar springen.

Rubriklistenbild: © Wetterdienst Q.met /www.wetterdata.de

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