Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Modelle zeigen eisige Blockade in Deutschland – könnte noch Wochen bleiben
Die neuesten Wettertrends zeigen, eisige Luftmassen könnten länger bleiben als gedacht – und den Frühling ausbremsen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die aktuelle Großwetterlage wirkt wie festgefahren, denn immer wieder strömt kalte Luft aus Osteuropa nach Mitteleuropa. Besonders der Norden und Osten geraten regelmäßig unter Frostdruck, während selbst im Westen und Süden überraschende Schneeschauer möglich bleiben. Meteorologen beobachten eine ungewöhnlich stabile Blockadesituation, die milde Atlantikluft ausbremst und stattdessen neue Kaltluftimpulse nachschiebt.
Genau diese Mischung sorgt dafür, dass viele Regionen nicht richtig aus dem Wintermodus herauskommen. Die Modelle zeigen weiterhin Schwankungen, doch der Trend zu wiederkehrenden Kälterückfällen sorgt zunehmend für Nervosität unter Wetterfans.
Frühlingsstart 2026: Rutschen die Wetterprognosen für März jetzt ab?
Noch vor kurzem sah es nach einem deutlich zu warmen März aus, doch mehrere Modellläufe haben ihre positiven Temperaturanomalien spürbar zurückgenommen. Statt frühem Frühling könnte ein wechselhafter Spätwinter dominieren, mit kalten Nächten und regionalen Schneefällen. Schon die Februar-Prognose hat es in sich.
Der Grund liegt möglicherweise in der großräumigen Auskühlung über Russland und Osteuropa, die als Kältereservoir dient und bei passender Strömung jederzeit angezapft werden kann. Zwar bedeutet das nicht automatisch Dauerfrost, doch ein wackeliger Frühstart in die warme Jahreszeit erscheint derzeit realistischer als ein stabiler Temperaturanstieg.
Winter statt Frühlingsbeginng: Bleibt die Kälte bis in den Mai?
Die vielleicht größte Sorge vieler Beobachter ist ein Szenario, bei dem sich die unterkühle Wetterlage ungewöhnlich lange hält. Sollte die Blockade bestehen bleiben, könnten auch April und sogar der Mai wiederholt von kalten Luftmassen gestreift werden. Einzelne Spätfröste oder kurze Kälteeinbrüche wären dann durchaus denkbar, was besonders für die Vegetation kritisch werden könnte.
Gleichzeitig warnen Experten davor, einzelne Modelltrends zu überinterpretieren, denn im Frühling kann sich die Zirkulation rasch umstellen. Dennoch zeigt sich ein Bild, das eher nach einem verspäteten Frühling aussieht als nach einem schnellen Wechsel zu stabiler Wärme. Derzeit ist die Wetterlage in Deutschland geteilt.
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