Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Wetter-Expertin sieht außergewöhnliche Winter-Entwicklung – Februar-Prognose hat es in sich
Der Januar 2026 war kälter als beide Klimamittel. Überrascht jetzt auch der Februar mit neuer Kälte? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Der zweite Wintermonat hat ein starkes Zeichen gesetzt und überrascht selbst erfahrene Klimabeobachter. Der Januar 2026 lag 1,7 Grad unter dem Klimamittel 1991 bis 2020 und sogar 0,3 Grad unter dem alten Vergleichszeitraum 1961 bis 1990. Seit 2017 wurde ein solches Ergebnis nicht mehr erreicht.
Wetterforscherin Kathy Schrey ordnet diese Entwicklung als außergewöhnlich ein, weil sie dem langfristigen Erwärmungstrend klar widerspricht. Verantwortlich waren wiederholte Kaltluftzuflüsse aus nördlichen Breiten, stabile Hochdrucklagen und viele frostige Nächte, die sich über Wochen hielten. Damit setzte sich die Kälte nachhaltig fest und prägte den gesamten Monat deutlich über weite Teile Deutschlands hinweg bis in tiefe Lagen und Regionen hinein.
Atmosphäre und Wetter-Modelle senden Warnsignale
Der Blick auf die Großwetterlage zeigt, warum die langfristigen Modelle derzeit auffällig reagieren. In der Stratosphäre präsentierte sich der Polarwirbel zeitweise geschwächt und instabil, was Ausbrüche arktischer Luft begünstigt. Gleichzeitig bewegt sich das ENSO-System im Pazifik in Richtung neutral bis leicht La-Niña-nah.
Solche Kombinationen fördern blockierende Wetterlagen über Europa. Historisch folgten daraus häufig späte Wintereinbrüche, besonders im Februar. Auch aktuelle Ensembleläufe deuten auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für meridionale Strömungsmuster hin. Diese begünstigen Vorstöße kalter Luft aus Norden nach Mitteleuropa. Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, klare Entwarnung ist derzeit nicht möglich laut mehreren unabhängigen Modellrechnungen für den späten Winterabschnitt in Europa.
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Februar 2026 bleibt ein Winterjoker
Was bedeutet das nun für den Februar 2026? Die Modelle zeigen vor allem in der ersten Monatshälfte ein erhöhtes Potenzial für erneute Kaltluftvorstöße. Dauerfrost ist nicht zwingend zu erwarten, kurze markante Kältephasen aber durchaus. Schnee bis ins Tiefland bleibt möglich, ebenso strenge Nächte.
Ein früher Übergang zum Frühling erscheint unsicher. Nach dem außergewöhnlichen Januar ist klar, dass der Winter noch Reserven besitzt und für Überraschungen gut ist. Die kommenden Wochen entscheiden über sein finales Gesicht in Mitteleuropa insgesamt und sorgen weiter für Spannung bei Wetterfreunden überall.
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