Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Deutschland droht plötzlicher Wetter-Umschwung: „Beast from the East“ rückt zu Weihnachten näher

Nach wochenlanger Milde deutet sich ein drastischer Wetter-Umschwung ab Weihnachten an. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Kassel – Als Diplom-Meteorologe begegnet mir der Begriff „Beast from the East“ immer dann, wenn sich über Osteuropa extreme Winterkälte aufbaut. Ursprünglich stammt die Bezeichnung aus Großbritannien und wurde während des Winters 2018 populär, als sibirische Kaltluft weite Teile Europas lahmlegte.

Extreme Kaltluft sammelt sich über Russland und Sibirien und diese setzt sich zu Weihnachten in Bewegung Richtung Mitteleuropa.

Gemeint ist kein einzelnes Tief, sondern eine großräumige Wetterlage, bei der kontinentale Kaltluft aus Russland und Osteuropa weit nach Westen vorstößt. Diese Luftmassen sind im Winter außergewöhnlich kalt, oft trocken und bringen strengen Frost, besonders nachts. Der Begriff hat sich etabliert, weil solche Lagen selten, aber besonders wirkungsvoll sind.

Wetter-Prognose: Warum ausgerechnet ab Weihnachten?

Nach Einschätzung mehrerer Wettermodelle könnte sich die Wetterlage ab Weihnachten grundlegend ändern. Wochenlang dominierte ein mildes Hochdruckmuster, doch solche Phasen kippen oft abrupt. Wetterexperte Johannes Habermehl von daswetter.com erklärt am Donnerstag (18. Dezember), dass sich derzeit eine Konstellation abzeichnet, bei der Hochdruck über Skandinavien und Tiefdruck weiter südlich zusammenwirken.

Dadurch würde eine östliche Strömung entstehen, die kalte Luft direkt nach Mitteleuropa lenkt. Laut Habermehl sei das ein klassisches Setup für ein mögliches „Beast from the East“. Noch sei offen, wie stabil diese Lage werde, doch der Zeitpunkt rund um Weihnachten sei aus meteorologischer Sicht plausibel.

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Wie heftig könnte der Kälteeinbruch werden?

Aus heutiger Sicht lässt sich vor allem eines sagen: Sollte sich diese Wetterlage etablieren, könnte sie deutlich spürbar ausfallen. Johannes Habermehl verweist darauf, dass in solchen Szenarien nächtliche Temperaturen im zweistelligen Minusbereich möglich sind, vor allem bei klarem Himmel.

Auch Dauerfrost über mehrere Tage sei nicht ungewöhnlich. Ob zusätzlich Schnee fällt, hängt von der Feuchteverteilung ab. Als Kolumnist bleibt mir an dieser Stelle nur der Hinweis: Noch ist Vorsicht angebracht. Das Beast from the East ist keine sichere Prognose, aber ein Szenario, das man ernst nehmen sollte.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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