Cinnamood

Von „unglaublich lecker“ bis „überteuerte Hefeballen“: Erfolgreiches Zimtschnecken-Start-Up spaltet das Netz

Das Kölner Start-up Cinnamood hat mit Zimtschnecken für einen unerwarteten Hype gesorgt. Doch im Netz ist der Erfolg der Rheinländer nicht allen ganz geheuer.

Köln – Mit dem Siegeszug von Instagram und Co. ist die Optik von Lebensmitteln noch wichtiger geworden. Da rückt schon mal der Geschmack in den Hintergrund, solange die Ästhetik stimmt. Besonders beliebt sind seit ein paar Jahren aufwändig dekorierte Gebäckstücke. Ob Donuts, Waffeln oder Croissants – alles wird fotografiert und mit der Welt geteilt. Der neueste heiße Tipp bei den selbsternannten Food-Influencern sind Zimtschnecken.

Cinnamood: Tausende Zimtschnecken pro Tag

Natürlich geht es dabei nicht um öde Röllchen mit Zimt und Zucker. Die Zimtschnecken des Kölner Start-ups Cinnamood gibt es in zahlreichen Variationen. Die sogenannten „Next Level Rolls“ sind gefüllt mit Kokos, Schokocreme oder sogar nach Art einer Schwarzwälder Kirschtorte. Zwischen 5000 und 6000 Gebäckstücke gehen im Cinnamood-Laden in Köln täglich über die Theke, wie Gründerszene berichtet.

Doch wie bei vielen Trends ist die Gefahr groß, dass der Hype schnell wieder verschwindet. Sobald jeder Blogger einmal gekostet und gepostet hat, könnte sich der Andrang schnell wieder beruhigen. Doch die beiden Gründer Anna Schlecht und Luca Breuer wollen genau das nicht. Das Wort „Hype“ mögen sie nicht, erklärt Schlecht gegenüber Gründerszene. „Viele Food-Konzepte im Markt sind One-Hit-Wonder. Wir wollen mit Qualität und Geschmack überzeugen und nicht bloß eine Blogger-Zimtschnecke auf den Markt werfen“, so Schlecht.

Insgesamt sieben Zimtschnecken-Stores gibt es bereits in Städten wie Köln, München oder Hamburg – zahlreiche weitere sind geplant. Das Paar hat sich für Franchise entschieden. Bei den monatlichen Umsätzen von 100.000 und 150.000 Euro im Kölner-Laden ist das Interesse der Franchise-Partner groß. Doch bei der Auswahl gehen die Gründer genau vor. „Das ist für uns sehr persönlich. Cinnamood ist unser Baby und nicht jeder darf damit Geld verdienen“, erklärt Schlecht.

Die Zimtschnecken von Cinnamood haben einen Hype ausgelöst.

Cinnamood: Sportliche Preise

Wer auf Schnäppchen aus ist, wird bei Cinnamood eher nicht fündig. Die Preise liegen zwischen 3,90 Euro und 4,90 Euro – je nach Sorte.  „Wir versuchen, faire Preise zu machen. Leider lesen wir in den Kommentaren vereinzelnd Kritik“, so Schlecht gegenüber Gründerszene.

Auch im Netz sind die Meinungen gespalten. Viele sind überzeugt von den Zimtschnecken. „Unglaublich lecker“, oder „Könnte ich 24/7 essen“ sind nur wenige von vielen guten Bewertungen. Andere sehen den neuen Trend-Laden kritisch. „Wieder ein Hipster-Laden, der sich das Influencer-Marketing zum Vorteil macht, um völlig überteuerte geschmacklose Hefeballen zu verkaufen“, schreibt ein enttäuschter Cinnamood-Kunde auf Google. (ph)

Rubriklistenbild: © privat/Krulikowski

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