Kodi
Bekannter Discounter vor Insolvenz – er hat fast 240 Filialen
Einem bekannten NRW-Unternehmen mit deutschlandweit rund 1800 Mitarbeitern und fast 240 Filialen droht die Insolvenz. Ein Sanierungsplan soll das Unternehmen retten.
Hamm – Die deutsche Wirtschaft wird weiterhin von einer Welle von Insolvenzen heimgesucht. Jüngst hat ein Baumarkt aus NRW Insolvenz angemeldet, und sogar eine der bekanntesten Marken der Welt ist auch in Deutschland insolvent. Nun steht auch ein Unternehmen aus Oberhausen vor finanziellen Schwierigkeiten und droht in die Insolvenz zu rutschen.
Bekannter Discounter aus NRW mit fast 240 Filialen steht vor Insolvenz
Die Frage, was die drohende Insolvenz für die 1.800 Mitarbeiter bedeutet, stellt sich im Fall des Einzelhändlers Kodi. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat das Unternehmen finanzielle Probleme und strebt eine Sanierung durch ein Schutzschirmverfahren an. Ein entsprechender Antrag wurde beim Amtsgericht Duisburg von der Kodi Diskontläden GmbH eingereicht, wie das Unternehmen in Oberhausen bekannt gab. Ein Sanierungsplan soll nun dabei helfen, das Unternehmen wieder profitabel zu machen. Kodi betreibt bundesweit 238 Filialen und beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb soll wie gewohnt weitergeführt werden, ohne Einschränkungen.
Matthias Schob, Geschäftsführer von Kodi, teilte mit, dass in Kürze neue Maßnahmen umgesetzt werden sollen. „Es gibt bereits erfolgversprechende Ansätze, die wir nun finalisieren werden.“ Im Frühjahr 2025 soll ein Sanierungsplan Gericht und Gläubigern vorgelegt werden. Wenn beide Parteien den Plan akzeptieren, soll das Gericht das Verfahren aufheben.
Das Schutzschirmverfahren wurde 2012 eingeführt, um die Sanierung von Unternehmen zu erleichtern. Es kann eingeleitet werden, wenn ein Experten-Testat bestätigt, dass das Unternehmen noch nicht zahlungsunfähig ist, aber eine drohende Insolvenz bevorsteht. Im Fall von Kodi bleibt die Geschäftsführung im Amt, wird jedoch von Restrukturierungsexperten unterstützt.
Ein Schutzschirm für Discounter Kodi – Kunden halten sich zurück
Warum hat Kodi diesen Schritt unternommen? Laut dem Unternehmen litt es in den letzten Monaten unter einer „deutlichen Kaufzurückhaltung“ der Kunden, was zu erheblichen Umsatzeinbußen führte. Hinzu kamen gestiegene Energiekosten und höhere Preise für Fracht und Werbung, die die Bilanz belasteten. Löhne und Gehälter sind jedoch vorerst gesichert.
Kodi wurde 1981 gegründet und ist ein Ableger der SPAR Lebensmittelgroßhandlung Karl Koch & Sohn aus Langenfeld. Daher rührt auch der Name: „KO“ steht für den Gründer Koch und „Di“ für Discount. Heute bietet Kodi eine breite Palette von Produkten an, darunter Reinigungs-, Koch-, Dekorations- und Heimwerkerartikel. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund 130 Millionen Euro.
Die Unternehmensberatung Falkensteg berichtet in ihrem Insolvenzreport, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auch im dritten Quartal des Jahres gestiegen ist. Im Jahr 2024 mussten insgesamt 45 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro Insolvenz anmelden. Die Zahl der Insolvenzen von Großunternehmen bleibt damit im Vergleich zum Vorquartal und zum Vorjahreszeitraum stabil. (mit dpa)
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