Ampel plant Steuererleichterungen

Immer mehr Rentner arbeiten im Ruhestand – obwohl viele früher gehen wollen

Aus finanziellen Gründen müssen immer mehr Rentner arbeiten. Geht es nach der Ampel-Koalition, soll sich das künftig mehr lohnen.

Hamm - Wer es sich finanziell erlauben kann, geht vor dem regulären Eintrittsalter in Rente. Laut einer aktuellen Studie, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse durchgeführt wurde, planen 31 Prozent der über 50-jährigen Erwerbstätigen genau das. Allerdings ist dies für viele Menschen finanziell nicht machbar, und sie müssen oft auch nach dem Eintritt in den Ruhestand weiterarbeiten.

Hälfte der berechtigten Rentner erhielt keinen Zuschlag zur Grundrente, weil sie arbeiten

Die Anzahl der Rentner, die auch im Ruhestand arbeiten, steigt in Deutschland stetig an, wie Daten des Statistischen Bundesamts belegen. Im Jahr 2012 waren es nur elf Prozent der 65- bis 69-Jährigen, die im Ruhestand einer Beschäftigung nachgingen, im Jahr 2022 waren es bereits 19 Prozent. Laut der Deutschen Rentenversicherung waren es 2022 1,36 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Fast eine Million von ihnen waren geringfügig Beschäftigte, die restlichen gut 300.000 waren in Voll- oder Teilzeit tätig. Besorgniserregend ist, dass im Jahr 2023 die Hälfte der Anspruchsberechtigten aufgrund der Anrechnung ihres Einkommens keinen Zuschlag zur Grundrente erhielt.

Die Gründe für die Fortsetzung der Arbeit im Ruhestand sind vielfältig und nicht immer auf eine unzureichende Rente oder drohende Altersarmut zurückzuführen. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten etwa 40 Prozent der über 65-jährigen Erwerbstätigen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Mehrheit lebte hauptsächlich von ihrer Rente oder ihrem Vermögen. Ab Juli 2024 gibt es deutlich mehr Rente, allerdings haben die meisten Rentner von der Erhöhung noch nichts zu spüren bekommen. Neben der Rentenerhöhung gibt es einen weiteren finanziellen Bonus für Rentner. Die Auszahlung erfolgt aber getrennt von der regulären Rente.

Immer mehr Rentner müssen aus finanziellen Gründen arbeiten. Geht es nach der Ampel-Koalition, soll sich das künftig mehr lohnen.

Viele Menschen wollen in ihrem alten Job als Rentner weiterarbeiten

Es gibt auch soziale Gründe, die Menschen dazu motivieren, im Alter weiterzuarbeiten, wenn sie sich noch fit und leistungsfähig fühlen. Sie arbeiten, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Laut dem Malteser Hilfsdienst sind Rentnerinnen und Rentner beispielsweise als Reinigungs- oder Putzhilfe, Hausmeister, Briefzusteller oder Fahrer tätig. Auf diese Weise bleiben sie in Kontakt mit anderen Menschen.

Angesichts des Fachkräftemangels und der Möglichkeit, eine körperlich weniger anstrengende Tätigkeit auszuüben, entscheiden sich viele dafür, an ihrem früheren Arbeitsplatz weiterzuarbeiten. Viele einigen sich daher mit ihrem Arbeitgeber auf eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses.

Arbeitsminister Heil will Steuer-Bonus für arbeitende Rentner

Um Rentner dazu zu ermutigen, länger zu arbeiten, plant die Bundesregierung Steuererleichterungen. „Wir diskutieren darüber, ob es finanzielle Anreize gibt, zum Beispiel, bei der Besteuerung dafür zu sorgen, dass es sich noch mehr lohnt für die, die wollen und können, zu arbeiten“, erklärte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) gegenüber der Bild am Sonntag. Der SPD-Politiker sprach von einem Steuerbonus.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Étretat in der Normandie (Frankreich)
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Bereits jetzt profitieren Menschen, die eine Hinterbliebenenrente beziehen. Die Einkommensgrenzen wurden kürzlich um etwa 45 Euro von 992,64 EUR auf 1.038,05 Euro netto pro Monat angehoben. Bei der Witwenrente gab es zum 1. Juli 2024 noch weitere Änderungen.

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand / dpa

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