Lebensstandard im Alter

Rentenlücke schließen: Rentner können sich mit nur 50 Euro im Monat absichern

Die gesetzliche Rente reicht bei weitem nicht aus, um den Lebensunterhalt im Alter zu bestreiten. Man muss selbst vorsorgen, und das geht auch mit kleinem Einkommen.

München – Die sogenannte Rentenlücke ist Realität. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen liegt das Rentenniveau derzeit bei 48 Prozent. Damit fehlen bereits 52 Prozent, wenn der Rentner seinen Lebensstandard aus dem Erwerbsleben halten will.

Zum anderen liegt die tatsächliche Rente oft unter der sogenannten Standardrente, die ab Juli 2024 bei 1769,40 Euro brutto liegen wird. Das ist die Rente, auf die jeder Anspruch hat, der 45 Jahre lang mit einem Durchschnittseinkommen (laut Statistischem Bundesamt liegt dieses in Deutschland für Vollzeitbeschäftigte bei 4323 Euro im Monat) in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hat. Viele erreichen diese 45 Beitragsjahre jedoch nicht.

So schließen Sie mit 50 Euro im Monat Ihre Rentenlücke: Ein Blick in die Renteninformation genügt

Ein Blick in die Renteninformation gibt Auskunft über die „persönliche“ Rentenlücke. Dazu muss man nur die zu erwartende Rente vom aktuellen Einkommen abziehen. Das ist aber nur ein Näherungswert. Denn auch die Inflation und künftige Lohnsteigerungen müssten berücksichtigt werden. Zum anderen unterliegen Renten auch der Steuer- und Sozialversicherungspflicht.

Angenommen, die Rente beträgt laut Rentenbescheid 1500 Euro. Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben 1311 Euro übrig. Das Nettoeinkommen beträgt 2200 Euro. Bleibt eine Rentenlücke von 889 Euro, die es zu schließen gilt.

Um seinen Lebensstandard auch in der Rente halten zu können, sollte man rcitzeitig vorsorgen. (Symbolfoto)

Eine Möglichkeit, die Rentenlücke zu schließen, ist der Aufbau eines Altersvorsorge-Depots, das künftig auch staatlich gefördert werden könnte. Dabei können Sparer in Fonds, ETFs (Exchange Traded Funds) und andere geeignete Anlageklassen wie Immobilien investieren.

So schließen Sie mit 50 Euro im Monat die Rentenlücke: Nach 45 Jahren kommen mehr als 350.000 Euro zusammen

Eine beliebte Anlageform sind ETFs. Das sind börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung bekannter Marktindizes eins zu eins abbilden. Der größte Vorteil von ETFs sind die im Vergleich zu anderen Investmentfonds geringeren Kosten. Am weitesten verbreitet sind Aktien-ETFs. Sie bilden Aktienindizes wie den Dax, den S&P 500 oder den Weltaktienindex MSCI World ab.

Wer 50 Euro im Monat übrig hat, kann in den MSCI World investieren, der laut Finanztip von 1975 bis Ende 2022 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,2 Prozent erzielt hat. Im günstigsten Fall zahlt man 45 Jahre lang ein, was insgesamt 352.490 Euro ergibt. Bei Renteneintritt stoppt man die Einzahlungen und lässt sich die Zinsen auszahlen. Bei 9,2 Prozent wären das brutto 32.429 Euro im Jahr oder 2702 Euro im Monat. Auch nach Steuern und Sozialabgaben sollte damit die Rentenlücke geschlossen sein. Wer später mit dem Sparen beginnt, kann den Zeitverlust durch höhere monatliche Einzahlungen ausgleichen.

Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering

Otto von Bismarck brachte im Juni 1889 nach jahrelanger Debatte das „Gesetz über die Invaliditäts- und Altersversicherung“ durch den Reichstag.
Der Holzstich zeigt Dreher, Gießer und Former in einer Porzellanfabrik um 1880.
Bismarcks politisches Kalkül war klar: Er wollte die Arbeiter besänftigen.
Angestellte waren ab 1913 bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte angesiedelt.
Renten-Meilensteine in Deutschland in Bildern – von Bismarck über Riester bis Müntefering

So schließen Sie mit 50 Euro im Monat Ihre Rentenlücke: Nicht das gesamte Vermögen in Aktien anlegen

Die Rechnung setzt allerdings voraus, dass der MSCI World auch in Zukunft die durchschnittliche Rendite der vergangenen Jahre erzielt. Zu beachten ist auch, dass ETFs wie Aktien ein Ausfallrisiko haben. Wenn die Aktienkurse weltweit einbrechen, sind natürlich auch die Indexfonds betroffen. Deshalb sollte man sich bei der Geldanlage nie ganz auf Aktien verlassen, sondern auch in andere Anlageformen wie Tagesgeld investieren.

Voraussetzung für einen ETF-Sparplan ist ein Wertpapierdepot, über das die Aufträge abgewickelt werden. Dafür bieten sich Onlinebanken oder Neobroker an.

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