Ruhestand

Bei 1200 Euro Rente im Monat: Wie viele Steuern Sie zahlen müssen

Die Höhe der Rente und der Zeitpunkt des Renteneintritts bestimmen die Steuerpflicht. Doch es gibt auch Freibeträge, die Rentner entlasten können.

Die Frage, ob Renten steuerpflichtig sind, hängt entscheidend von zwei Aspekten ab: der Höhe der Rente und dem Zeitpunkt des Rentenbeginns. Nehmen wir beispielsweise eine monatliche Rente von 1.200 Euro, die seit 2020 bezogen wird. Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, um die Steuerlast zu bestimmen und was bedeuten Begriffe wie Grund- und Rentenfreibetrag?

Bei 1200 Euro Rente: So viele Steuern müssen Sie zahlen

Der steuerliche Grundfreibetrag ist der Betrag, bis zu dem kein Einkommensteuer anfällt. Dies soll das Existenzminimum jedes Bürgers sicherstellen. Im Jahr 2024 beträgt der steuerliche Grundfreibetrag für Alleinstehende 11.604 Euro, für Verheiratete ist er entsprechend doppelt so hoch. Um mit den Lebenshaltungskosten der Menschen Schritt zu halten, wird der steuerliche Grundfreibetrag regelmäßig angepasst. Im Vorjahr lag er beispielsweise noch bei 10.908 Euro.

Viele Rentner fragen sich, ob und wie viele Steuern sie auf ihre Bezüge zahlen müssen.

Der Rentenfreibetrag hingegen bezieht sich immer auf einen prozentualen Anteil und gibt an, wie viel der Rente versteuert werden muss. Ein Wert von 15 Prozent bedeutet, dass 85 Prozent der Rentenbezüge steuerpflichtig sind. Der Rentenfreibetrag ändert sich ständig, genauer gesagt sinkt er um einen Prozentpunkt pro Jahr. Im Jahr 2058 soll er auf null gesunken und damit faktisch nicht mehr vorhanden sein.

Rentner müssen also erst dann Steuern zahlen, wenn der steuerpflichtige Teil ihrer Rente höher als der aktuelle Grundfreibetrag von 11.604 Euro ist. Ab dem ersten Euro darüber greift der sogenannte Grenzsteuersatz von 14 Prozent. Der Steuersatz steigt jedoch mit zunehmendem Einkommen, was auf den progressiven Steuertarif in Deutschland zurückzuführen ist.

Rente von 1200 Euro: So hoch ist die Steuerlast für Rentner

Ein Beispiel, das vom Nachrichtenportal t-online erstellt wurde, veranschaulicht die Theorie am besten. Bei einer angenommenen Rente von 1.200 Euro monatlich müssen zunächst einige Aspekte berücksichtigt werden, bevor die Steuerlast berechnet werden kann. Dazu gehören beispielsweise der Familienstatus, die Religionszugehörigkeit und die Beiträge zur Krankenversicherung.

Für einen Single, der im Westen Deutschlands lebt, keiner Religionsgemeinschaft angehört und 2020 in Rente gegangen ist, gilt zunächst ein Rentenfreibetrag von 20 Prozent. Die fiktive Person ist gesetzlich versichert und erhält monatlich 1.200 Euro Rente, was auf das Jahr hochgerechnet 14.400 Euro ergibt. Von diesem Betrag sind 80 Prozent steuerpflichtig, das sind in absoluten Zahlen 11.520 Euro.

Steuern auf die Rente: Beiträge zur Krankenversicherung berücksichtigen

Diese 11.520 Euro sind jedoch nicht der Betrag, der als Bemessungsgrundlage für die Steuer dient. Zuerst müssen die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Laut t-online ist für dieses Beispiel ein Satz von 11,7 Prozent realistisch, der sich aus der Hälfte des Beitragssatzes zur Krankenversicherung, der Hälfte des Zusatzbeitrags zur Krankenversicherung und dem Pflegebeitrag zusammensetzt.

Es ist wichtig zu beachten, dass sich die 11,7 Prozent auf die volle Rente von 14.400 Euro beziehen. Daher müsste die fiktive Person jährlich fast 1.685 Euro an die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Zieht man diese Summe von 11.520 Euro ab, ergibt sich ein Betrag von 9.835 Euro, der den steuerpflichtigen Rentenanteil darstellt. An dieser Stelle müssen jedoch noch geringfügige Anpassungen vorgenommen werden.

Viele Rentner profitieren von weiteren Steuererleichterungen

Neben dem Grundfreibetrag und dem Rentenfreibetrag profitieren Rentner auch von der Werbungskostenpauschale und dem Sonderausgabenpauschbetrag. Diese belaufen sich derzeit auf 102 Euro bzw. 36 Euro und reduzieren den steuerpflichtigen Teil der Rente von 9.835 Euro auf 9.697 Euro. Da der Grundfreibetrag für Alleinstehende im Jahr 2024 bei 11.604 Euro liegt, muss die fiktive Person im Beispiel keine Einkommenssteuer zahlen.

Dies gilt jedoch nur, wenn die Rente die einzige Einkommensquelle ist. Wenn zusätzlich Mieten oder Pachten eingenommen werden, muss die Situation neu bewertet werden. Es ist auch wichtig zu beachten, dass alle Rentenerhöhungen zu 100 Prozent steuerpflichtig sind. Aufgrund des gleichzeitig steigenden Freibetrags hat dies jedoch oft keine Auswirkungen auf die Steuerlast.

Im Schnitt liegt die aktuelle Rente in Deutschland bei etwa 1500 Euro im Monat. Eine Statistik der Rentenversicherung zieht den historischen Vergleich. Viele Rentner in Deutschland machen sich Gedanken über die Höhe ihrer Rente. Doch ab wann zählt man eigentlich zur „Oberschicht“ bei der Altersvorsorge?

Rubriklistenbild: © Guido Schiefer/imago

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