Sinkende Kaufkraft
Rente dauerhaft weniger wert wegen Inflation: Jahrgang besonders betroffen
Jahr für Jahr werden die Renten erhöht, aber die zuletzt hohe Inflation lässt die Kaufkraft von Rentnern sinken. Für eine bestimmte Altersgruppe sind die Aussichten gar nicht gut.
Hamm – Die steigende Inflation der vergangenen Jahre stellt eine ernsthafte Gefahr für die Kaufkraft von Rentnern dar. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) hat ergeben, dass die gesetzlichen Rentenerhöhungen nicht ausreichend sind, um den durch die Inflation verursachten Wertverlust auszugleichen. Dies könnte für zukünftige Rentner bedeuten, dass ihr Lebensstandard im Alter erheblich abnehmen könnte.
Rente: Der Inflationsschub von 2021 bis 2023 sorgt für Verluste bei der Kaufkraft
Die Untersuchung analysiert die Entwicklung der Renten von 2021 bis 2023 und kommt zu dem Schluss, dass die Renten zwar angepasst wurden, jedoch oft unterhalb der Inflationsrate. Dies führt dazu, dass die Rentenbezüge Jahr für Jahr an Kaufkraft verlieren. Rentner können sich also immer weniger für ihr Geld leisten – ein Effekt, der sich über die Jahre hinweg kumuliert und zu einem erheblichen Verlust führen kann.
Dieser Verlust an Kaufkraft betrifft alle Rentner, sowohl aktuelle als auch zukünftige. Besonders betroffen sind jedoch die heutigen 45-Jährigen, die in etwa 20 Jahren in den Ruhestand treten werden. Die Untersuchung prognostiziert für diese Altersgruppe eine sogenannte „Rentenkaufkraftlücke“, die bei 7000 bis 40.000 Euro über die gesamte Rentenbezugszeit liegt. Der Verlust ist besonders hoch bei Berufsgruppen mit überdurchschnittlichem Einkommen. Für sie könnte die Lücke bis zu 2000 Euro pro Jahr betragen.
2025 können sich Rentner freuen: Die Renten steigen. Aber die Bundesbank warnt vor einem Defizit in der Rentenkasse.
Inflation und Rente: Welche Jahrgänge besonders betroffen sind
Die folgende Tabelle des DIVA zeigt beispielhaft die Kaufkraftlücken für heute 45-Jährige in verschiedenen Berufsgruppen.
Die DIVA-Studie warnt davor, sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente zu verlassen. Diese wird in Zukunft kaum ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Die demografische Entwicklung – immer mehr Rentenempfänger bei gleichzeitig schrumpfender Anzahl an Beitragszahlern – verschärft dieses Problem zusätzlich. „Ich kann künftigen Rentnern nur raten, sich sehr früh mit ihrer Altersvorsorge zu beschäftigen“, sagt Professor Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA, der Nachrichtenseite t-online. „Schon jetzt fällt die gesetzliche Rente nicht üppig aus, aber in Zukunft wird sich das Problem noch verschärfen.“
Studie: Autoren raten dringend zu Reform der Riester-Rente
Die Autoren der DIVA-Studie empfehlen verschiedene Maßnahmen, um der drohenden Rentenlücke entgegenzuwirken. Eine private Rentenversicherung mit Inflationsschutz könnte eine Lösung sein. Aber auch andere Formen der Vermögensbildung, wie zum Beispiel Wohneigentum oder Investitionen in Fondssparpläne, sollten in Betracht gezogen werden. „Das Produktivkapital unserer Volkswirtschaft zu nutzen, damit der Einzelne besser fürs Alter vorsorgen kann, halte ich für eine sehr charmante Idee“, sagt DIVA-Direktor Heuser zudem t-online.
Neben individuellen Maßnahmen fordern die Autoren der Studie auch staatliche Reformen. Insbesondere die „Riester-Rente“, die als eine der Hauptsäulen der privaten Altersvorsorge gilt, bedarf einer dringenden Überarbeitung, so die Autoren der Studie. Obwohl der Koalitionsvertrag eine Reform vorsieht, sind konkrete Schritte noch nicht eingeleitet worden.
Die Rentenreform der Ampel-Koalition steht in der Kritik: Experten warnen ab 2036 vor einer Finanzierungslücke von 43 Milliarden Euro.
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