„Gefährdet Hunderttausende“ Jobs

„Ohne Auto droht ein Kollaps“: Söder mahnt vor Verbrenner-Verbot – und fordert Kurswechsel

Ab 2035 verbietet die EU den Verkauf neuer Verbrennungsmotor-Fahrzeuge. Markus Söder befürchtet dadurch den Verlust von „Hunderttausende Arbeitsplätze“.

München – Die deutsche Autoindustrie hat mit großen Absatz- und Gewinneinbußen zu kämpfen. Besonders bei den Elektroautos fehlt auf dem deutschen Markt die Nachfrage, dazu kommt die starke Konkurrenz aus China. Dazu brechen auch dort die Verkäufe ein – Maßnahmen der chinesischen Regierung wie die Ausweitung der Luxussteuer verschärfen das Problem. Dazu kommen die Zölle von US-Präsident Donald Trump.

Doch auch politische Entscheidungen der EU setzen die deutschen Autobauer unter Druck. Besonders das Verbrenner-Aus, das ein Verbot von Neuwagen ab 2035 vorsieht, setzt BMW, Mercedes-Benz, Audi, Volkswagen und Porsche unter Druck. Dazu ist es eine Bedrohung für die Branche. So sieht es zumindest Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Söder fordert Abkehr von Verbrenner-Verbot der EU: „Ohne Auto droht ein Kollaps“

Söder forderte, das EU-weite Verbrenner-Verbot ab 2035 aufzuheben, um die deutsche Autoindustrie zu stützen. „Der Verbrenner hat mit E-Fuels und neuen Technologien Zukunft. Das EU-Verbrennerverbot 2035 gefährdet Hunderttausende Arbeitsplätze“, sagte der CSU-Chef der Bild am Sonntag. Das Auto werde zur entscheidenden Frage für die deutsche Industrie. „Es ist das Herz unserer Volkswirtschaft – ohne Auto droht ein Kollaps.“

Auch der Münchner Autokonzern BMW stellt vor Beginn der IAA in München den BMW iX3 als neue E-Auto-Innovation vor. Doch Ministerpräsident Söder warnt dennoch vor dem Verbrenner-Verbot der EU. (Montage)

Diese Forderung ist Bestandteil eines Zehn-Punkte-Plans, den Söder laut Bild am Sonntag vor Beginn der Internationalen Automesse IAA Mobility in München entwickelt hat. In diesem Plan mit dem Titel „Ja zum Auto, Ja zum Autoland Deutschland“ forderte er dem Bericht zufolge auch eine Überarbeitung der CO₂-Einsparziele, den Ausbau der Ladeinfrastruktur, die Stärkung der Zulieferindustrie, die Förderung des autonomen Fahrens sowie die Senkung der Führerscheinkosten.

Deutsche Autobauer in der Krise: Merz plant Branchentreffen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach dem jüngsten Koalitionstreffen angekündigt, die deutschen Automobilhersteller und ihre Zulieferer zu einem Dialog über die Zukunft der Autoindustrie einzuladen.

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VW-Chef Oliver Blume sagte der Bild am Sonntag: „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung zu einem Automobilgipfel einladen wird.“ Man stelle sich bei Antrieben flexibel auf, gleichzeitig gehöre der E-Mobilität die Zukunft. Mercedes-Chef Ola Källenius erklärte: „Wir stehen an einem Punkt, der über die Zukunft unserer Industrie und ihrer Arbeitsplätze entscheidet – und damit über die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Europa.“

Mercedes-Chef kritisiert Verbrenner-Aus – EU-Kommission hält daran fest

Källenius hatte sich in der Vergangenheit ebenfalls skeptisch gegenüber dem Verbrenner-Aus geäußert. Es nütze „dem Klima nichts“, hatte der Manager gesagt. Er argumentiert, dass die Nachfrage nach den Fahrzeugen steige, je näher der Verbotstermin rücke.

Die EU-Kommission selbst hatte im Juli jedoch Pläne für ein vorgezogenes Verbrenner-Aus für bestimmte Kunden öffentlich gemacht. Für Firmen- und Mietwagen würde es demnach bereits ab 2030 gelten. Ein Entwurf des Vorhabens solle im Spätsommer stehen. (ms/dpa)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/Daniel Karmann/dpa

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