Profit im Ruhestand
Über eine Million Senioren verpassen Gelegenheit zur Rentensteigerung
Zahlreiche Rentner arbeiten im Minijob. Allerdings lassen sie sich so eine Rentenerhöhung entgehen. Es könnte monatlich mehr Geld geben.
Hamm - Viele Menschen bleiben auch nach Erreichen des Rentenalters weiterhin berufstätig. Dies kann aufgrund finanzieller Notwendigkeit geschehen, da die Rente allein nicht ausreicht, oder weil sie aktiv bleiben möchten. Von den fast 1,4 Millionen Berufstätigen im regulären Rentenalter haben fast 1,1 Millionen einen Minijob. Dies bringt ihnen ein zusätzliches monatliches Einkommen von 538 Euro. Viele verpassen dabei jedoch die Chance, ihre Rente noch zusätzlich zu erhöhen und langfristig mehr Geld zu verdienen.
Mehr als eine Million Rentner verpassen Chance zur Aufbesserung der Rente
Rentner mit Minijob könnten auf ihre Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Normalerweise müssen Arbeitnehmer in Minijobs keine Sozialversicherungsbeiträge und Steuern zahlen, also auch keine Beiträge zur gesetzlichen Rente. Sie können jedoch freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Nur vier Prozent der Menschen, die neben ihrer Rente einen Minijob haben, nutzen diese Möglichkeit.
Dies hat einen Grund: Zunächst haben Arbeitnehmer dadurch ein geringes Gehalt. Von den 538 Euro, die sie monatlich verdienen, zahlen sie nun 3,6 Prozent als Beiträge zur Rente. Das sind 19,37 Euro weniger, die sie jeden Monat erhalten. Der Arbeitgeberanteil bei Minijobs beträgt 15 Prozent.
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Durch die Beiträge erhöhen sich jedoch auch die eigenen Rentenansprüche. Dies führt zu einer monatlichen Rentenerhöhung von 5,60 Euro - für ein Jahr in einem Minijob. Wenn die Rentner die Beschäftigung länger ausüben, erhöht sich die Rente entsprechend.
Wer bereits über dem eigenen regulären Rentenbeginn liegt, erhält zusätzlich eine Steigerung um 0,5 Prozentpunkte pro Monat der verspäteten Inanspruchnahme. Das Informationsportal Ihre-Vorsorge.de hat den Vorteil an einem Beispiel einer Person im Alter von 67 Jahren und sechs Monaten errechnet, die damit schon eineinhalb Jahre über dem regulären Rentenalter ist. Damit erhöhen sich die Ansprüche um 0,5 Prozentpunkte für jeden der 18 Monate. Damit bringt der Minijob im Ruhestand sogar 6,10 Euro mehr Rente pro Monat.
Freiwillige Beiträge im Minijob bringen Rentnern auf Dauer mehr Geld
Auf lange Sicht lohnt sich die Zahlung der Rentenbeiträge im Minijob von monatlich 19,37 Euro. Laut der Deutschen Rentenversicherung bekommen die Rentner die gezahlten Beiträge in weniger als vier Jahren zurück. Wer Steuern auf die Rente zahlt, kann die Beiträge voll absetzen. Damit lohnt es sich bereits früher. Es bleibt jedoch eine Abwägung, wie lange die jeweiligen Personen trotz Ruhestand weiterarbeiten wollen - und auch können.
Wer zu dem Schluss kommt, dass es sinnvoll ist, kann durch eine einfache schriftliche Erklärung dem Arbeitgeber gegenüber auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Laut Ihre-Vorsorge.de reicht dabei ein formloses Schreiben mit Angaben von Namen, Adresse, Rentenversicherungsnummer, Verzichtserklärung und Unterschrift. Teilweise bieten Krankenkassen Formulare für den Verzicht an.
Durch freiwillige Beiträge im Minijob werden Mindestversicherungszeiten für Rente angerechnet
Nicht nur Rentner, die einem Minijob nachgehen, haben die Möglichkeit Beiträge in die Rente zu zahlen. Sie gilt für alle, die einer solchen Beschäftigung nachgehen. Neben den Beiträgen wird die Zeit laut der Deutschen Rentenversicherung etwa als Mindestversicherungszeit für die Rente angerechnet. Das gilt für die normale Altersrente, jedoch auch eine mögliche Erwerbsminderungsrente für den Fall, dass etwa wegen Krankheit keine Arbeit mehr möglich ist, und eine Hinterbliebenenrente.
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