Zahlen des Bundesarbeitsministeriums

Städte-Liste: Wo der Mindestlohn nicht für eine Rente über Grundsicherung reicht

Der aktuelle gesetzliche Mindestlohn reicht in vielen Städten nicht für eine Rente über der Grundsicherung. Die neuen Zahlen entfachen einen alten Streit.

Hamm - Wer arbeitet, bekommt Geld. Die eine mehr, der andere weniger. Wer nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn erhält, kann sich im Hier und Jetzt keine großen Sprünge erlauben. Zu einem noch ernsteren Problem wird es aber, wenn er oder sie in den Ruhestand geht. Das zeigen Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium.

Wie das Magazin Stern berichtet, reicht der aktuelle Brutto-Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde in den zehn größten Städten in Deutschland – davon liegen mit Dortmund, Düsseldorf, Essen und Köln vier in Nordrhein-Westfalen – nicht für eine Rente über dem Mindestniveau der sozialen Absicherung. Das ergebe sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Pascal Meiser.

Städte-Liste: Wo der Mindestlohn nicht für eine Rente über Grundsicherung reicht 

Den Angaben des Bundesarbeitsministeriums zufolge müssten Arbeitnehmer zwischen 12,72 und 16,14 Euro brutto pro Stunde verdienen, um nur durch ihren Lohn und ohne zusätzliche Sozialleistungen auf eine Rente zu kommen, die der Höhe der Grundsicherung im Alter in diesen Städten entspricht, schreibt das Magazin.

Die Diskrepanz zwischen 12,72 und 16,14 Euro kommt laut Stern dadurch zustande, dass die Höhe der Grundsicherung im Alter auch vom Wohnort abhängt. Vereinfacht ausgedrückt: Je teurer die Stadt, desto mehr Wohnkosten werden gezahlt. Im teuren München liegt der berechnete Bruttobedarf in der Grundsicherung also höher als im vergleichsweise günstigen Leipzig. Der errechnete Wert für München wäre ohne Sozialleistung nur zu mit einem Mindestlohn von 16,14 Euro zu erreichen.

Zieht man jedoch die Grundrente ins Kalkül, ändert sich das Bild etwas. Die Rentenversicherung zahlt seit 2021 denjenigen, die lange gearbeitet und dabei unterdurchschnittlich verdient haben, unter bestimmten Voraussetzungen automatisch einen Zuschlag auf die Rente aus. Berücksichtige man die Grundrente, so heißt es im Stern, reiche der aktuelle Mindestlohn in der Hälfte der zehn größten deutschen Städte aus, um das Grundsicherungsniveau zu erreichen:

  • Berlin
  • Dortmund
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Leipzig

In den anderen Großstädten in der Untersuchung – Stuttgart, Frankfurt am Main, Köln, München und Hamburg – reiche der aktuelle Mindestlohn dennoch nicht aus.

Mindestlohn soll bis 2025 auf 12,82 Euro erhöht werden – zu wenig, sagen Kritiker

Bei 12 Euro liegt der allgemeine gesetzliche Mindestlohn überhaupt erst seit einer deutlichen Steigerung im Herbst 2022. Er soll bis 2025 in zwei Schritten um etwa 7 Prozent auf 12,82 Euro pro Stunde erhöht werden. Nach Ansicht von Gewerkschaften und vielen Politikern ist das zu wenig. Die aktuellen Daten des Bundesarbeitsministeriums geben ihrer Kritik neue Nahrung.

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Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Étretat in der Normandie (Frankreich)
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Auch fachen sie die Diskussion um Altersarmut sowie den Streit in der Grundsatzfrage „Lohnt sich Arbeit noch?“ aufs Neue an. Letzterer wird sich spätestens dann wieder voll entzünden, wenn das Bürgergeld zum 1. Januar 2024 deutlich erhöht wird.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/Illustration

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