Technologie-Wettstreit

KI-Wettlauf mit USA und China: Wie Europa den Anschluss sucht

Europa will mit einer eigenen Open-Source-KI gegenüber den Großmächten digitale Souveränität erringen. Reicht das, um im globalen Wettbewerb mitzuhalten?

Brüssel/München - Die künstliche Intelligenz hat längst den Status eines globalen Wettkampfs erreicht. Während Unternehmen aus den USA wie OpenAI mit ChatGPT oder Google mit Gemini den Ton angeben, zieht China mit KI-Modellen wie DeepSeek nach.

Europa hingegen hinkt aktuell hinterher – noch. Doch das soll sich ändern: Die Hoffnung liegt auf einem boomenden Sektor, der auch den „alten Kontinent“ im Bereich Artificial Intelligence (AI) zukunftsfähig machen soll.

Europa-KI OpenEuroLLM: Gemeinschaftsprojekt für digitale Souveränität

Ein Hoffnungsträger: OpenEuroLLM. Hierfür hat sich ein europäisches Konsortium aus 20 führenden Forschungsinstituten, Universitäten und Unternehmen zusammengeschlossen, um eine leistungsfähige, europäische KI zu entwickeln, die für alle zugänglich ist (“Open Source”).

Damit Europa international nicht abgehängt wird, arbeiten unter anderem das Fraunhofer IAIS, das Ellis Institut, die Universität Tübingen sowie die Unternehmen Aleph Alpha und Ellamind an OpenEuroLLM. Was das digitale Konstrukt mit ChatGPT und DeepSeek gemeinsam hat:

OpenEuroLLM als Europas Antwort zu ChatGPT und DeepSeek

Anders als viele zahlungspflichtige Modelle soll diese künstliche Intelligenz frei verfügbar sein und sich flexibel an die Bedürfnisse von Unternehmen und Forschungseinrichtungen anpassen lassen.

Kleiner Roboter, menschliches Gehirn: Europa nimmt den KI-Wettlauf mit den Großmächten USA und China auf.

Ziel ist es, nicht nur eine leistungsstarke Alternative zu bestehenden KI-Modellen zu schaffen, sondern auch eine, die europäische Werte wie Transparenz und Datenschutz in den Mittelpunkt stellt. Auch die Bundesländer arbeiten in diesem Bereich an eigenen Strategien.

KI-Entwicklung im Einklang mit europäischen Regeln

Ein entscheidender Unterschied zu den Konkurrenten aus den USA und China liegt in der Ausrichtung auf das europäische KI-Gesetz: OpenEuroLLM wird von Anfang an so entwickelt, dass es den entsprechenden Vorgaben für Datenschutz, ethische Standards und Sicherheit entspricht. 

Die Prinzipien „Transparenz, Offenheit und Zugänglichkeit“ stehen im Fokus. So soll das Vertrauen in KI-Technologie gestärkt und gleichzeitig die Innovationskraft Europas gefördert werden. Allerdings zog der von der EU geschnürte “AI Act” im Vorfeld Kritik auf sich.

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Paris wird zum Zentrum der europäischen KI-Zukunft

Neben OpenEuroLLM gibt es in Europa eine weitere spannende Entwicklung: In Paris entsteht das Centre for AI Excellence (CAIE), das ab 2025 eine zentrale Rolle in der europäischen KI-Forschung spielen soll. Initiiert von VivaTech und dem Weltwirtschaftsforum, wird das Zentrum Teil des globalen Netzwerks „Centre for the Fourth Industrial Revolution“ (C4IR). 

Hier sollen Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen gemeinsam an KI-Lösungen arbeiten, die speziell auf die Bedürfnisse Europas zugeschnitten sind. Frankreich, das als kontinentaler Vorreiter im Hinblick auf künstliche Intelligenz gilt, will mit diesem Schritt seine Position weiter stärken.

Europa muss im globalen Wettkampf der KI-Mächte die Abhängigkeit verringern

Mit OpenEuroLLM und dem Centre for AI Excellence setzt Europa klare Zeichen: Die Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen KI-Modellen soll verringert, eigene Innovationen sollen gestärkt werden. Doch der Weg ist ein weiter: 

Konkurrenz für ChatGPT: Die chinesische KI-App eroberte zuletzt die Download-Charts. Europa plant die Entwicklung eines eigenen Sprachmodells.

Während OpenAI und Co. bereits Milliarden in die Entwicklung ihrer Modelle investiert haben, steht Europas Open-Source-KI noch am Anfang. Der Erfolg wird davon abhängen, ob Forschung, Politik und Wirtschaft an einem Strang ziehen. Derweil wurde ChatGPT von der Verwertungsgesellschaft GEMA verklagt. (PF)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Ohde

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