Streetscooter

Automobilhersteller beantragt Insolvenz – mit Folgen für Werk in NRW

Der Streetscooter aus NRW ist eines der markantesten Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Nun wurde nach einer Insolvenz die Produktion gestoppt.

Hamm - Der Streetscooter, ein Lieferwagen made in Nordrhein-Westfalen, steht vor dem Aus. Die Produktion des E-Fahrzeugs wurde vorerst eingestellt. Der Grund: Eigentümer B-ON GmbH aus Luxemburg hat beim Amtsgericht Aachen Insolvenz angemeldet. Der Streetscooter ist eines der markantesten Fahrzeuge auf deutschen Straßen. Die Deutsche Post setzte und setzt ihn als Transporter in der Zustellung ein.

Was?Antrag auf Insolvenz der B-ON Gmbh
Wann?Freitag, 15. September

Automobilhersteller B-ON meldet Insolvenz an - mit Folgen für Werk in Düren (NRW)

Seinen Ursprung hat der Streetscooter in NRW. 2010 ging er aus einer Forschungsinitiative an der RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) Aachen hervor. 2014 folgte der Verkauf der Streetscooter GmbH an die Deutsche Post DHL Group (DPDHL), die das Unternehmen Anfang 2022 an die heutige B-ON weiterveräußerte. Und jetzt das Aus?

Von der Insolvenz sind 78 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der B-ON GmbH und rund 170 Mitarbeitende im Werk des Autozulieferers Neapco in Düren betroffen (von insgesamt knapp 750), wo der Streetscooter Work (jetzt „Sherpa“) für B-ON produziert wird. Der Absturz von B-ON kam offenbar plötzlich. Erst Ende August besuchte Bundeskanzler OIaf Scholz (SPD) das Dürener Werk. Dabei hieß es, dass neben der Deutschen Post auch neue Käufer für die Stromer gefunden worden seien. Am Freitag, 15. September, nur gut drei Wochen später, dann die Insolvenz-Nachricht.

Da passt jede Menge rein: Die Post setzt den Streetscooter in der Zustellung ein.

„Lieferengpässe bei Bauteilen führten zum Produktionsrückgang und damit in der Folge zu Zahlungsschwierigkeiten“, wird Jörg Hofmann, Managing Director von B-ON, in einer am Dienstag, 19. September, veröffentlichten Mitteilung zitiert. Darin kommt auch der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Wegener zu Wort. „Die Produktion soll kurzfristig wieder aufgenommen werden. Hierzu haben wir bereits erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten geführt, die in den nächsten Tagen intensiv fortgesetzt werden.“

Insolvenz bei B-ON: Hoffnung auf die Deutsche Post

In Düren wird man es gerne hören, wenn auch mit Skepsis. Der Betriebsrat von Neapco setzt sich dafür ein, die Produktion in Düren zu erhalten und hofft dabei auf Unterstützung von der Deutschen Post. Diese müsste Interesse daran haben, dass es mit Streetscooter weitergeht, da sie regelmäßig „Support“ benötigten, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Müller der Aachener Zeitung.

Erst kurz hat der namhafte Spielwarenhersteller Haba Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Dass der Gang in die Insolvenz nicht das Ende sein muss, zeigt das frische Beispiel des E-Bike-Herstellers Vanmoof. Er ist nach der Übernahme durch ein Formel-1-Unternehmen gerettet, auch wenn es für die Belegschaft nicht nur gute Nachrichten gab.

Rubriklistenbild: © Szkudlarek

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