Fast 40 Filialen betroffen
Aus für großen Apple-Händler Gravis: Alle Filialen müssen schließen
Gravis verkaufte schon Apple-Produkte, als lediglich Technik-Fans sie kannten. Bald schon ist Schluss für den Technik-Händler. Alle Standorte müssen schließen.
Hamm - Es sind harte Zeiten für den Handel. Viele Unternehmen geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten und dünnen ihr Filialnetz aus - wie etwa die insolvente Süßwarenkette Hussel, die zumindest bis Ostern viele Standorte in NRW geschlossen hat. Ein ähnlicher Schritt droht möglicherweise beim zahlungsunfähigen Outdoor-Ausrüster McTrek. Die bekannte Elektronik-Kette Gravis trifft es in diesem Jahr hart. Alle Filialen in Deutschland werden geschlossen. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Medienberichte.
Aus für großen Apple-Händler Gravis: Alle Filialen müssen schließen
Gravis wurde 1986 gegründet und als Apple-Händler bekannt - zu einer Zeit, als der heutige Tech-Gigant aus den Vereinigten Staaten hierzulande vor allem Technik-Nerds bekannt war, ehe iPhone und iPod zu einem weltweiten Erfolg wurden. Apple-Produkte wurden nicht nur verkauft, sondern auch repariert.
Seit 2013 ist Gravis eine Tochtergesellschaft des Telekommunikationskonzerns Freenet. Dessen Chef Christoph Vilanek sagte gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel davon, dass es die Gravis-Märkte spätestens zum Ende des Jahres 2024 nicht mehr geben wird. Genaue Termine für die Schließungen wurden nicht genannt. Betroffen von den Schließungen sind Schätzungen zufolge bis zu 400 Beschäftigte, davon 100 in der Zentrale.
Gravis-Aus: Fast 40 Filialen und 400 Beschäftigte betroffen
Bundesweit gibt es aktuell 38 Standorte, zumeist in den großen Städten. Allein in Nordrhein-Westfalen hat Gravis elf Märkte, viele davon an zentraler Stelle in den Innenstädten:
Als Grund für das Aus wurde schlechte Zahlen genannt. Seit 2022 habe man mit „einem negativen Ergebnis zu kämpfen“, heißt es in einer auf dem Portal ComputerBase veröffentlichten Stellungnahme so Gravis. Die Verluste steigen demnach „mehr oder weniger jedes Quartal“. Grund für die schlechte wirtschaftliche Lage seien der Rückgang der Nachfrage und die Steigerung der Onlineverkäufe. Weiterhin soll das „restriktive Konditionsmodell seitens Apple“ eine Mitschuld daran tragen.
Für Kunden von Gravis, wo man nicht mehr mit Bargeld zahlen kann, soll sich zunächst nichts ändern. Das Aus wird aber zwangsläufig dazu führen, dass ab einem noch nicht näher bestimmten Zeitpunkt keine Reparaturaufträge angenommen werden können.
Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa