„Rentensystem ist frauenfeindlich“

Dramatische Renten-Bilanz: Millionen Rentner in Armut – besonders eine Gruppe leidet

Millionen ältere Menschen leiden unter Armut. Der Blick auf die letzten 20 Jahre enthüllt eine dramatische Entwicklung.

Wiesbaden/Berlin – Die Sicherung der Rente ist ein zentrales Ziel der Bundesregierung. Die Zeit drängt, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Freitag, 23. Mai, verdeutlichen. Denn die Altersarmut in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr lebten 3,4 Millionen Rentnerinnen und Rentner unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze.

Frauen in der Rente häufiger von Armut bedroht als Männer: „Rentensystem ist frauenfeindlich“

Besonders Frauen sind im Alter von Armut gefährdet. 2,1 Millionen Frauen stehen 1,3 Millionen Männern gegenüber. „Unser Rentensystem ist frauenfeindlich“, sagte Politikerin Sahra Wagenknecht dem Stern. Sie hatte die Sonderauswertung beim Statistischen Bundesamt angefordert.

Besonders Frauen sind im Alter von Armut bedroht. Wegen der „Teilzeitfalle“ bekommen sie geringere Renten. (Symbolfoto)

Die Ungleichheit hängt einerseits mit dem sogenannten Gender Pay Gap, also der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern ab. Vor allem trägt jedoch die Rollenverteilung zu den Unterschieden bei. Viele Frauen mit Kindern hängen in der „Teilzeitfalle“. Zwei Drittel arbeiten laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Teilzeit – wegen einer „unzureichenden Kinderbetreuung“. In Teilzeit ist entsprechend auch das Gehalt niedriger. Damit sammeln die Frauen weniger Entgeltpunkte – und haben im Alter eine geringere Rente.

Armutsgefährdung von Rentnern hat sich in zwei Jahrzehnten um mehr als 70 Prozent erhöht

Die Zahlen zeigen eine dramatische Entwicklung: Waren 2005 noch knapp zwei Millionen ältere Menschen von Armut betroffen, hat sich diese Zahl innerhalb von knapp zwei Jahrzehnten um mehr als 70 Prozent erhöht. Das Bündnis Sahra Wagenknecht fordert nun grundlegende Änderungen. „Wir brauchen den Wechsel zur Österreich-Rente“, sagte Wagenknecht. Ihr Modell sieht eine Mindestrente von 1500 Euro nach 40 Versicherungsjahren vor.

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Allein für die atemberaubende Natur lohnt es sich, nach Kanada auszuwandern.
Leider sind die Lebenshaltungskosten in den Großstädten wie hier Vancouver aber auch Toronto und Québec hoch.
Auf Platz zwei unserer Liste ist die Schweiz, hier zu sehen die Lorraine Brücke in Bern. Die Schweiz kann bei der Natur auf jeden Fall auch mit Kanada mithalten.
Die Schweiz hat auch besondere Steuervorteile zu bieten: Je nach Kanton (hier die Schwyz abgebildet) kann der Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent variieren.
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In Österreich ist die durchschnittliche Rente höher als in Deutschland. Im Schnitt bekommen Österreicher 1900 Euro monatlich, in Deutschland liegt der Wert knapp 400 Euro niedriger. Dort zahlen auch Beamte in die gesetzliche Rente ein – genau wie Selbstständige und Abgeordnete. Die Basis der Beitragszahler ist damit breiter als in Deutschland.

Neue Koalition ringt um Reform der Rente

In der neuen Koalition aus Union und SPD gibt es ebenfalls Überlegungen, Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Rente aufzunehmen. Diese wurden von Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) angestoßen. Die Union lehnt das jedoch ab. Auch Ökonomen und Vertreterinnen der Deutschen Rentenversicherung sehen das Vorhaben kritisch. (ms/afp)

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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