Bestattungskosten
„Kind in Brunnen gefallen“ – Sterbegeldversicherung häufig nicht sinnvoll
Bestattungen kosten eine Menge Geld. Vor allem ältere Menschen wollen mit einer Sterbegeldversicherung vorsorgen. Verbraucherschützer raten aber eher davon ab.
Hamm – Der Tod kostet das Leben. Logisch. Weil in Deutschland die Bestattungspflicht gilt, kostet er aber auch noch ziemlich viel Geld. So eine Beerdigung will da erstmal finanziert werden. Schnell kommen mehrere Tausend Euro zusammen. Zwar können Hinterbliebene etwaige Bestattungskosten unter Voraussetzungen von der Steuer absetzen. Besser ist es aber, wenn man schon frühzeitig für den Tod vorgesorgt hat. Doch Vorsicht: Eine Sterbegeldversicherung ist oft nicht sinnvoll.
Ältere Menschen zahlen bei Sterbegeldversicherungen häufig drauf
Gerade ältere Menschen zahlen bei Sterbegeldversicherungen häufig drauf. Ist eine solche Versicherung aber erst einmal abgeschlossen, ist es meistens schon zu spät. Die Verbraucherzentrale rät daher deutlich: „Wer für die eigene Bestattung vorsorgen möchte, sollte nicht auf Versicherungen setzen. Wenn Sie erst kurz vor der Rente oder noch später eine Police abschließen, zahlen Sie oft drauf.“
Sterbegeldversicherungen rechnen sich in der Regel nicht
Rechtsanwältin Elke Weidenbach weiß, worauf Verbraucher achten sollten. „In der Regel rechnen sich solche Verträge nicht“, sagt die Referentin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit wa.de. „Meistens werden so viele Beiträge bezahlt, dass die Hinterbliebenen letztendlich im Fall einer Beerdigung viel weniger herausbekommen“, sagt sie. Das Geschäft mit den Sterbegeldversicherungen scheint sich für die Versicherungen zu lohnen, für die Versicherten aber eher weniger.
Die Versicherung vor Ablauf zu kündigen, ist allerdings auch keine Option. „In der Regel ist das Kind dann schon in den Brunnen gefallen“, sagt Weidenbach. „Die Versicherung aufzulösen, ist im Grunde genommen Quatsch“, sagt sie. Ihr Tipp: „Man sollte schon im Vorhinein Abstand von derartigen Versicherungen nehmen.“
Besser, man überlegt sich vorher, welche Kosten abgedeckt werden müssen und sucht Alternativen zur Sterbegeldversicherung. Bei einer Beerdigung sollte man folgende Punkte beachten:
- Kosten für das Bestattungsunternehmen wie die Erledigung von Formalitäten, das Waschen, Einkleiden und Überführen der Leiche oder den Kauf des Sarges bzw. der Urne sowie weitere Dienstleistungen.
- Kommunale Abgaben wie Bestattungsgebühren und Grabnutzungsgebühren.
- Private Kosten für Trauerkleidung, Todesanzeige, Totenbriefe, Blumen beziehungsweise Kränze und die Bewirtung nach der Beisetzung.
- Kosten im Anschluss der Beisetzung für Grabpflege, Grabschmuck und Grabstein.
Sterbegeldversicherungen
„Sterbegeldversicherungen über Versicherer sind in der Regel eine Form der Kapital-Lebensversicherung mit einer Versicherungssumme zwischen 4.000 und 10.000 Euro“, erklärt die Verbraucherzentrale. Fast alle Lebensversicherer haben solche Policen im Angebot. „Die Prämien sind zwar, auf den Monat gesehen, recht gering, die Auszahlungen sind aber auch nicht gerade hoch“, heißt es.
Sparpläne einrichten oder Verträge mit Bestattern abschließen
Es gibt nämlich andere Möglichkeiten, um für die eigene Bestattung vorzusorgen. „Da gibt es Modelle, bei denen das Geld auch sicher ist. Es können Verträge mit dem Bestatter direkt abgeschlossen werden oder man spart einfach genügend Geld“, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Sparpläne und Verträge mit Bestattern sind oft eine Alternative. Wer von Sozialhilfe lebt, sollte sich außerdem gut überlegen, ob er das Geld überhaupt mühsam beiseitelegt.
Sie haben Schwierigkeiten wegen einer Sterbegeldversicherung? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und schreiben Sie uns eine Mail an internet@wa.de.
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