Identischer Prozentsatz

Rentenerhöhung 2024 bringt historische Neuerung – „Meilenstein für unser Land“

Die Rentenerhöhung im Juli 2024 ist eine besondere für Rentner in Deutschland. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht sogar von einem „Meilenstein“.

Hamm - Fast 34 Jahre liegt die Wiedervereinigung im Oktober 1990 zurück, doch noch immer gibt es in Deutschland große Unterschiede und tiefe Gräben zwischen Ost und West. Einer dieser Unterschiede ist zum 1. Juli 2024 allerdings verschwunden – erstmals. Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, spricht sogar von einem „Meilenstein für unser Land“. Es geht um die Rente.

Rentenerhöhung 2024 bringt historische Premiere: Hubertus Heil spricht von „Meilenstein“

Zum 1. Juli 2024 wurde die Rente von rund 21 Millionen Menschen in Deutschland erhöht, auch wenn die meisten von ihnen aus einem bestimmten Grund noch auf die Auszahlung des höheren Betrags warten müssen. Konkret stieg die gesetzliche Altersrente um 4,57 Prozent an.

Dieser Wert ist zum einen erfreulich, weil er höher liegt als die Inflationsrate. Zum anderen ist er auch von großer symbolischer Bedeutung, denn die Renten in den alten und neuen Bundesländern stiegen um denselben Prozentsatz an; zum ersten Mal gibt es keine unterschiedlichen Rentenanpassungen für Ost und West mehr:

Rentenanpassung zum 1. Juli (Jahr)Rentenanpassung in Prozent (Westdeutschland)Rentenanpassung in Prozent (Ostdeutschland)
20000,600,60
20011,912,11
20022,162,89
20031,041,19
2004--
2005--
2006--
20070,540,54
20081,101,10
20092,413,38
2010--
20110,990,99
20122,182,26
20130,253,29
20141,672,53
20152,102,50
20164,255,95
20171,903,59
20183,223,37
20193,183,91
20203,454,20
2021-0,72
20225,356,12
20234,395,86
20244,57(siehe Westdeutschland)

Seit der Wiedervereinigung wurde die Rente in den Ländern der früheren DDR prozentual stets mehr erhöht als im Westen, um sie auf Dauer anzugleichen. Zwar war der Prozentsatz in den Jahren 2004 bis 2006 und noch einmal 2010 in Ost und West identisch, aber da es in diesen Jahren eine Nullrunde gab, kann man auch nicht von einem Anstieg der Rente sprechen.

Renten steigen in Ost und West erstmals um den gleichen Prozentsatz an

Zum 1. Juli 2023 waren die Renten noch unterschiedlich stark angehoben worden – und zwar im Westen um 4,39 Prozent und im Osten um 5,86 Prozent. Damit wurden die Angleichung der Renten in Ost und West bereits ein Jahr früher als geplant erreicht. 2024 gibt er daher nun erstmals einen einheitlichen Anpassungswert für die alten und die neuen Bundesländer.

Was ist die Rentenanpassung?

Als Rentenanpassung wird die jährliche Erhöhung der Renten bezeichnet. Sie ist gesetzlich festgeschrieben und erfolgt jedes Jahr zum 1. Juli. Die Höhe der Rentenanpassung wird vom Bundessozialministerium in der sogenannten Rentenwertbestimmungsverordnung festgelegt. Diese orientiert sich an der zurückliegenden Lohnentwicklung. Höhere Löhne bedeuten folglich auch höhere Renten. Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Der Juli 2024 ist auch sonst ein wichtiger Monat für viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Rund drei Millionen von ihnen bekommen zusätzlich einen satten Zuschlag auf die Rente in Höhe von 7,5 Prozent – das Geld wird in einem bestimmten Zeitfenster überwiesen.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul / dpa

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