Waldbrände fordern Tote

Flammen-Hölle in der Türkei: „Als würde jemand mit einer Waffe auf unsere Heimat schießen“

Die Türkei im Kampf gegen die Flammen. Bereits vier Menschen sind beim Einsatz gegen die verheerenden Brände bei Bursa ums Leben gekommen.

Bursa – Bei einem Einsatz zur Brandbekämpfung kam es in Bursa zu einem tödlichen Unfall: Der Fahrer Kazım B. sowie die Mitfahrer Ahmet D. und Mehmet Ş. starben, als ein Wassertransporter auf dem Weg zum Brandort verunglückte. Wie die türkische Zeitung Hurriyet Daily News berichtete, war das Fahrzeug unterwegs zur Brandbekämpfung, als sich der Unfall ereignete.

Am Wochenende mussten in der Nähe von Bursa im Nordwesten der Türkei mehr als 3.500 Menschen ihre Häuser verlassen. Zwei großflächige Waldbrände dauern seit über einem Tag an. Wegen der Trockenheit und starker Winde breiteten sich die Feuer schnell aus. Die lokalen Behörden koordinierten den großangelegten Evakuierungseinsatz, da Wohngebiete unmittelbar bedroht waren. Rund 2.300 Einsatzkräfte bekämpfen mit Unterstützung von über 850 Fahrzeugen, sechs Löschflugzeugen und vier Hubschraubern die Brände, so die türkische Webiste Gazeta Express.

Schwere Waldbrände in der Region Bursa.

Bereits mehrere Menschen wegen Waldbränden in der Türkei gestorben

Die Notdienste handelten schnell, um betroffene Gemeinden zu schützen und Notunterkünfte für die Evakuierten einzurichten. Sie forderten Bewohner auf, ihre Häuser zügig zu verlassen, nur das Nötigste mitzunehmen und den Sicherheitsanweisungen zu folgen.

Neben dem Unfall mit dem Wassertransporter starb ein weiterer Feuerwehrmann am Samstagabend wegen eines Herzinfarkts bei einem Einsatz. Nur wenige Tage zuvor kamen bei einem anderen Waldbrand rund 150 Kilometer östlich von Bursa zehn Forstarbeiter und freiwillige Helfer ums Leben.

„Ein brennender Wald ist, als würde jemand mit einer Waffe auf unsere Heimat schießen“, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli laut Gazeta Express. Er kündigte sofort Aufforstungskampagnen für die betroffenen Gebiete an. Angaben zum Ausmaß der verbrannten Fläche liegen bislang nicht vor. Die Lage bleibt kritisch.

Wetterbedingungen in der Türkei erschweren die Löscharbeiten

Die Löscharbeiten dauern an. Das schwierige Gelände und die Wetterbedingungen erschweren die Bekämpfung der Flammen. In Silopi wurden am 25. Juli unglaubliche 50,5 °C gemessen – ein neuer Rekord für die Türkei. Die Bevölkerung zeigt sich solidarisch: Viele Menschen helfen mit, lokale Organisationen und Freiwillige unterstützen die Betroffenen. Das Land, in dem so viele gerne ihren Türkei-Urlaub verbringen, lässt sich nicht unterkriegen. Hier finden Sie die Hinweise des Auswärtigem Amts. (Redaktion)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mustafa Bikec

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