Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Das erste Mal seit 30 Jahren: Kurz vor Weihnachten schneit es in der Wüste
Saudi-Arabien war Ende Dezember plötzlich nicht mehr nur heiß und trocken: In weiten Teilen des Königreichs fiel Schnee. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Die Tage um den 18. und 22. Dezember 2025 gingen als außergewöhnliche Wetterepisode in die saudische Geschichte ein, denn zum ersten Mal seit rund drei Jahrzehnten wurde im Land ausgedehnt Schnee registriert. Videos auf sozialen Netzwerken zeigten schneebedeckte Gipfel, weiße Täler und selbst vereiste Sandflächen, an denen Kamele im Schnee standen – ein Anblick, der in der Region extrem ungewöhnlich ist und viele Menschen zutiefst überraschte.
Die höchsten Lagen der Trojena-Hochländer und des Jabal Al-Lawz in der Provinz Tabuk verzeichneten Temperaturen um −4 °C und genug Niederschlag, damit sich Schnee halten konnte. Meteorologen führen das Ereignis auf einen ungewöhnlich kalten Luftmasseneinbruch zurück, die mit feuchter Luftlagen zusammentrafen und so die Bedingungen für Schneefall in normalerweise tropisch-ariden Gegenden schufen. Auch in Deutschland schneit es Anfang Januar.
Schnee in Saudi-Arabien: Öffentliche Reaktionen und Klima-Diskussionen
Die Bilder des plötzlichen Schnees gingen viral, wurden millionenfach geteilt und lösten eine Mischung aus Euphorie und Ratlosigkeit aus: Familien wurden dabei gesehen, wie sie auf Schneehügeln rutschten, Jugendliche bauten Schneemänner, und Touristen strömten in die unerwartete Winterlandschaft. Gleichzeitig warnten Behörden vor Glatteis und plötzlichen Temperaturstürzen sowie vor möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen.
Zugleich entbrannte eine politische und wissenschaftliche Debatte darüber, wie solche seltenen Ereignisse im Kontext der globalen Klimaänderung zu bewerten sind. Während Experten betonen, dass einzelne Schneeereignisse nicht automatisch einen langfristigen Trend beweisen, zeigen sie doch die zunehmende Variabilität und Extremität regionaler Wetterlagen – ein Thema, das auch im Zusammenhang mit steigenden Temperaturen und veränderter Zirkulation immer stärker diskutiert wird.
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Was bleibt von diesem Winterwunder?
Für Saudi-Arabien selbst war der Schnee ein Ereignis mit Symbolwert: Er brachte die Menschen zusammen, erzeugte internationale Aufmerksamkeit und verdeutlichte zugleich, wie überraschend und dynamisch Wetter sein kann – selbst in Regionen, die man traditionell nur mit Hitze und Dürre verbindet.
Die seltenen Schneefälle am 18. und 22. Dezember 2025 bleiben nicht nur in Erinnerungen und auf spektakulären Fotos, sondern auch in der wissenschaftlichen Diskussion als Beispiel dafür, wie sich bekannte Landschaften plötzlich in unerwartete Winterlandschaften verwandeln können. Derweil zeigt eine Karte, welche US-Städte unter Wasser stehen, wenn der Meeresspiegel steigt.
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