Junge Frau starb hinter Servicetür

Neue Details durchgesickert: Kellnerin löste Brand in Crans-Montana aus – „Getan, was von ihr verlangt wurde“

Nach dem Brand in Crans-Montana kommen weitere Details ans Licht. Auch die Kellnerin, die das Feuer mutmaßlich ausgelöst hatte, ist unter den Opfern.

Crans-Montana – Rund zwei Wochen nach dem schrecklichen Feuer-Drama in Crans-Montana werden weitere, erschütternde Details bekannt. Bereits kurz nach der Tragödie bestätigten die Behörden, dass das verhängnisvolle Feuer mutmaßlich durch funkensprühende Partyfontänen ausgelöst wurde. Jetzt sprechen die Eltern der Angestellten, die die Champagnerflaschen mit den Wunderkerzen serviert haben soll.

Wunderkerzen an Champagnerflaschen haben die Decke der Bar „Le Constellation“ wohl in Brand gesteckt – Fotos von der Silvesternacht zeigen, dass sie in großer Zahl eingesetzt worden waren.

Ausgebrochen war der Brand in der Silvesternacht in der zweigeschossigen Bar Le Constellation gegen 01:30 Uhr am Neujahrsmorgen. 40 überwiegend sehr junge Menschen sind dabei ums Leben gekommen. 116 wurden verletzt, rund 80 befinden sich mit überwiegend schweren Verbrennungen noch in Krankenhäusern, auch in Deutschland. Ein 16 Jahre altes Todesopfer wirft währenddessen Rätsel auf. Der Teenager wies keinerlei Verbrennungen auf.

Junge Kellnerin soll Brand in Crans-Montana unabsichtlich ausgelöst haben

Ein Video, das bereits kurz nach der Tragödie in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, zeigt eine Kellnerin auf den Schultern einer anderen Person. In der Hand hatte die Frau funkensprühende Partyfontänen in Champagnerflaschen. Nach ersten Ermittlungen sollen diese Fontänen den Schaumstoff an der Decke in Brand gesetzt haben.

Unter den Todesopfern befindet sich auch die junge Kellnerin, die den Brand mutmaßlich unabsichtlich ausgelöst hatte. Das berichtet das Schweizer Portal Tagesanzeiger unter Berufung auf Aussagen von mehreren Personen. Auch das Betreiberpaar habe die junge Frau auf Fotos, die den Moment des Feuers zeigen, identifiziert. Die Einvernahmeprotokolle sollen dem Schweizer Portal zudem vorliegen.

Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert 40 Todesopfer – Bilder vom Unglücksort

Während einer Silvesterparty in einem Schweizer Nobel-Skiort brach in einer Bar ein Feuer aus. Dutzende Menschen starben. Viele Fragen sind noch offen – vor allem zu den Hintergründen.
Der Schweizer Skiort Crans-Montana im Kanton Wallis
Explosion bei Silvesterparty in Skiort in der Schweiz.
Explosion bei Silvesterparty in Skiort in der Schweiz.
Silvesternacht: Brand in Schweizer Bar fordert 40 Todesopfer – Bilder vom Unglücksort

Wie das Portal weiter berichtet, habe der Barbetreiber ausgesagt, von seiner Frau über den Brand telefonisch informiert worden zu sein. Er sei zum Unglückszeitpunkt in der anderen Lokalität des Paares gewesen. Über eine Servicetür habe er ins Innere der Bar gelangen wollen, diese sei jedoch von innen verriegelt gewesen. Mehrere Personen sollen leblos am Boden hinter dieser verschlossenen Tür gelegen haben, darunter auch die junge Kellnerin. Moretti will sie nach eigenen Angaben ins Freie gezogen haben. Doch für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät.

Crans-Montana: Familie von junger Frau äußert sich über Anwälte

Die Anwälte der Familie der jungen Kellnerin äußern sich im Bericht wie folgt: „Was auch immer die Untersuchung ergeben wird, diese junge Frau hat die Anweisungen ihrer Arbeitgeber befolgt. Sie hat vor der Geschäftsführerin getan, was von ihr verlangt wurde. Das war nichts Ungewöhnliches. Diese junge Angestellte trägt keinerlei Verantwortung.“ Und laut Tagesanzeiger habe Moretti tatsächlich den Einsatz dieser Effekte bestätigt. Diese seien seit rund zehn Jahren im Einsatz gewesen, nie sei etwas passiert.

Die Frau des Bar-Betreibers, Jessica Moretti, habe laut dem Portal zugegeben, dass die Effekte beim Servieren von Champagner verwendet wurden, um „Stimmung zu machen“. „Ich habe das nie verlangt, aber auch nie verboten.“

Tragödie in Crans-Montana: Bar-Betreiber sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft

Gegenüber dem französischen Sender France 3 haben sich die Eltern der jungen Frau mittlerweile ebenfalls geäußert. Und ihre Mutter nennt einen Verdacht, warum die Tür verschlossen gewesen sein könnte: „Der Besitzer hatte Angst, dass die Gäste nicht bezahlen würden.“ Der Vater der jungen Frau erklärt zudem: „Ich denke, die Wut wird schnell überhandnehmen. Aber im Augenblick beerdigen wir unsere Tochter, und das so würdevoll wie möglich. Alles Weitere kommt danach.“

Wie die örtlichen Behörden einräumten, war die Bar zuletzt 2019 auf Brandschutzmaßnahmen untersucht worden, obwohl solche Kontrollen eigentlich jedes Jahr vorgeschrieben sind. Jacques Moretti sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Die leitende Staatsanwältin hatte dies mit Fluchtgefahr begründet. Moretti ist Franzose. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar zusammen betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass die beiden keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen. (Quellen: dpa, tagesanzeiger.ch, France 3) (jl)

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