Prognose

„Höllensommer des Jahrhunderts“? Wetter-Experten schätzen Horror-Prognose ein

Ein „Höllensommer des Jahrhunderts“ wurde von Dr. Mark Benecke vorhergesagt. Der Vortrag des Biologen lässt aufschrecken. Wetter-Experten ordnen die Prognose ein.

Hamm - Durch den fortschreitenden Klimawandel bewegt sich die Erde in „unbekanntes Terrain“ mit nie da gewesenen Herausforderungen. Das teilte das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus jetzt mit. Es sei davon auszugehen, dass „unsere Zivilisation noch nie mit einem solchen Klima zurechtkommen musste“. Eine erschreckende Prognose. Ähnlich lautete der Tenor in einem Vortrag des bekannten Biologen Dr. Mark Benecke in der vergangenen Woche. Er prognostizierte einen „Höllensommer des Jahrhunderts“. Das sorgte für viel Wirbel in den Medien. Im Gespräch mit wa.de haben sich Wetter-Experten dazu geäußert.

„Höllensommer des Jahrhunderts“? Biologe macht erschreckende Klima-Prognose

Bei seinem Vortrag „Time is up – Umwelt-Update“ an der Hochschule für Finanzwirtschaft & Management in Bonn sprach Dr. Mark Benecke über den Klimawandel und seine Folgen, die wir derzeit massiv zu spüren kriegen würden. So nannte Benecke den ungewöhnlich milden Januar 2024 in Deutschland „absolut katastrophal“. Er sprach davon, dass wir uns in der „größten Katastrophe“ befinden würden, seit dem es Menschen auf der Erde gebe.

Und der Biologe machte eine erschreckende Prognose: „Ich kann Ihnen aus der Erfahrung der letzten Jahre, mit fast völliger Sicherheit – so gut das natürlich geht, es gibt immer noch andere Einwirkungen auf der Welt – sagen, dass wir den Höllensommer des Jahrhunderts und Jahrtausends kriegen werden.“ Dazu zeigte er eine Grafik mit den monatlichen Durchschnittstemperaturen 2023 im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990. Die zu sehende Anomalie hätten im vergangenen Jahr „weltweit alle Kollegen“ zunächst für einen Messfehler gehalten. Die Messdaten für die ersten Monate im Jahr 2024 würden allerdings noch einmal deutlich über der Kurve von 2023 liegen.

„Höllensommer des Jahrhunderts“? Das sagen Wetter-Experten zur Horror-Prognose

Ob sich der prognostizierte „Höllensommer“ auf das Jahr 2024 bezieht, ist nicht bekannt. So oder so schlug die Aussage des Biologen hohe Wellen, auch weil einige Medien die Prognose von Benecke auf den Sommer 2024 in Deutschland bezogen haben. Meteorologen wollen das nicht so stehen lassen.

So schrieb Jörg Kachelmann auf „X“, dass es keine Ansatzpunkte dafür gebe, „dass wir in Deutschland den Höllensommer des Jahrtausends bekommen“. Das bestätigt auch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net auf Anfrage von wa.de. „Ja, der Sommer könnte warm werden, aber ein Rekord ist nicht vorhersagbar.“

„Sommermonate werden normal warm“: Prognose für den Sommer 2024 in Deutschland

Und auch Dr. Andreas Walter vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betont im Gespräch mit wa.de, dass bei Aussagen zum Sommer 2024 zwischen einer globalen Prognose und der für Deutschland unterschieden werden müsse. So gebe es zwar auch in Deutschland mittlerweile eine Tendenz zu immer höheren Temperaturen, laut aktuellen Klimavorhersagen sehe es allerdings so aus, „als würden die Sommermonate normal warm werden“. Lediglich im Osten von Deutschland könnte es nach aktuellen Stand im Juni, Juli und August etwas wärmer werden.

Anders sieht die Lage laut den Wetter-Experten allerdings weltweit aus. Global, so Kachelmann, könne es „durchaus sein, dass man im Durchschnitt am oberen Ende dessen landen werde, was man bisher kennt“. Und auch DWD-Sprecher Walter erklärt, dass in den Ländern, die vom natürlichen Wetterphänomen El Niño betroffen sind, „doch eher übernormale Temperaturen zu erwarten sind“.

Dr. Mark Benecke

Dr. Mark Benecke ist vielen wohl vor allem als Kriminalbiologe bekannt, der etwa in Fernsehserien wie Medical Detectives als Gastkommentator auftrat. Er wird aber auch als Sachverständiger bei Kriminalfällen herangezogen, veröffentlichte bereits mehrere wissenschaftliche Bücher, ist in der NRW-Politik tätig und setzt sich für den Tierschutz ein.

Auch eine März-Prognose schlug zuletzt hohe Wellen, denn ein arktischer Wintereinbruch bis minus 15 Grad wurde prognostiziert.

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Rubriklistenbild: © Sina Schuldt / dpa

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