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Kommt die Mittelmeer-Hitze nach NRW? - Experte warnt: „Wie eine Hitzekuppel“

Eine heftige Hitzewelle hat Europa im Griff. Meteorologe Dominik Jung weiß: Wir befinden uns noch im „Einflussbereich der Hitzekuppel“. Deutschland ist ebenfalls betroffen.

Hamm – Europa stöhnt unter einer Hitzewelle. Vielerorts ist es kaum noch auszuhalten, es besteht sogar eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben – auch für Tiere im Zoo wie Faultier Pauli aus Münster. Deutschland könnte es auch stärker erwischen. Die gute Nachricht für die Menschen im Westen: Es ist eher der Süden betroffen und nicht NRW.

„Zum Wochenende sind in Deutschland auch noch mal bis zu 34 Grad möglich“, sagt Wetter-Experte Dominik Jung am Dienstag, 18. Juli, bei wetter.net. Das läge daran, dass „wir immer wieder im Einflussbereich dieser Hitzekuppel bleiben, die sich über den Mittelmeerraum gelegt hat“, meint er. Mit der größten Hitze hat allerdings eher weiterhin der Süden Europas zu kämpfen. Trotzdem fordern Ärzte in Deutschland eine spezielle Hitze-Maßnahme nach Vorbild anderer europäischer Länder.

Höchste Hitze-Alarmstufe in Spanien

Angesichts der bisher heftigsten Hitzewelle in diesem Jahr haben die spanischen Behörden für Teile des Landes die höchste Hitze-Alarmstufe ausgegeben. Alarmstufe Rot gilt seit Dienstag in den Regionen Katalonien und Aragonien sowie auf den Balearen. Die Temperaturen stiegen im Laufe des Tages dort auf über 40 Grad, selbst am frühen Dienstagabend war es noch brütend heiß – mit Werten um die 35 Grad.

Es ist bereits die dritte Hitzewelle in Spanien in diesem Jahr - und zugleich die intensivste. Sie führte bereits am Montag in der Mitte und im Süden des Landes zu extremen Temperaturen, mit einem Spitzenwert von 44,9 Grad im andalusischen Andujar. Aemet hatte zunächst sogar 47 Grad in der südspanischen Gemeinde Villarrobledo gemessen, erklärte diesen Wert aber am Dienstagmorgen für ungültig. Andere beliebte europäische Urlaubsländer haben ebenfalls mit der Hitze zu kämpfen.

Auch Italien hat mit einer extremen Hitzewelle zu kämpfen

In der italienischen Hauptstadt Rom etwa wurden nach Daten des Wetterdienstes der Luftwaffe zur Mittagszeit 41 Grad gemessen. Schuld daran ist das Hochdruckgebiet „Caronte“, das dem Mittelmeerland diese sehr hohen Temperaturen beschert. Für 20 größere Städte hatte das italienische Gesundheitsministerium am Dienstag daher auch die höchste Alarmstufe für Hitze ausgerufen, für Mittwoch gar für 23. Das bedeutet, dass dort auch für gesunde Menschen negative körperliche Auswirkungen drohen können.

„Diese sehr warmen Luftmassen haben den gesamten Mittelmeerraum erobert und bleiben da liegen, wie eben eine Hitzkuppel“, erklärt Jung. In der Spitze seien Temperaturen von bis zu 45 Grad möglich. „Teilweise werden wir von diesen Temperaturen gestreift – das wird sich auch in den nächsten zehn bis 14 Tagen so halten“, meint der Wetter-Experte und glaubt, dass auch der August ganz Europa noch ziemlich viel Hitze bringen könnte. Das birgt Gefahren. Besonders Hundebesitzer sollten bei hohen Temperaturen auf ihre Vierbeiner achten.

Hitzewelle in Europa: Wasserflaschen werden an Touristen verteilt

In Rom hat der Zivilschutz Freiwillige auf die Straße geschickt, um Menschen, die mit der Hitze kämpfen, zu unterstützen. An gut besuchten Orten mit Attraktionen wie dem Kolosseum verteilen sie Wasserflaschen an die zahlreichen Touristen. Abkühlung holen sich viele Menschen in Rom auch an den zahlreichen Brunnen - an den kleinen „Nasoni“, aber auch unter dem Wasserstrahl größerer Brunnen. Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri stellte aber klar: Baden ist in den Brunnen weiterhin tabu. Über eine App („Waidy WOW“) lassen sich in der Stadt 50 000 Trinkwasserstellen finden.

In Teilen der süditalienischen Regionen Apulien, Basilikata sowie Kalabrien wurde die 40-Grad-Marke geknackt. Auch auf den großen Mittelmeerinseln Sardinien und Sizilien hatte das aktuelle Hochdruckgebiet Auswirkungen auf die Temperaturen. Im Landesinnern Siziliens wurden in bestimmten Gegenden 43 Grad gemessen, in Teilen des Südens Sardiniens gar auf 44 Grad. Im Vergleich ein wenig erträglicher war es in den Gebieten rund um die Städte Florenz und Bologna mit 37 bis 38 Grad. – maho/dpa

Rubriklistenbild: © IMAGO / MiS

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