Gerichtsverfahren

Esprit meldet Insolvenz an – 1300 Mitarbeiter betroffen

Das Gerichtsverfahren für die insolvente Modekette Esprit wurde eröffnet. 1300 Mitarbeiter sind betroffen. Weil kein Käufer gefunden wurde, wird der Betrieb heruntergefahren.

Hamm - Bereits im Mai 2024 wurde bekannt, dass die Modekette Esprit schwere Zeiten durchmacht. Das Unternehmen hatte aufgrund von Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung Insolvenz für sein Europageschäft angemeldet. Am Donnerstag, 1. August, teilte die Esprit Europe GmbH in Ratingen bei Düsseldorf mit, dass das Unternehmen keinen Käufer gefunden hat. Der Betrieb werde deshalb in den kommenden Monaten ganz oder größtenteils heruntergefahren.

Das Amtsgericht Düsseldorf (NRW) hat nun das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Esprit Europe GmbH und sechs weitere deutsche Tochtergesellschaften des Modeunternehmens eingeleitet. Dies wurde durch eine Gerichtsankündigung auf dem Portal insolvenzbekanntmachungen.de bekannt.

Esprit meldet Insolvenz an – 1300 Mitarbeiter betroffen

Das Unternehmen hat ebenfalls eine Pressemitteilung herausgegeben. Die etwa 1300 betroffenen Mitarbeiter seien informiert worden. Wie die Deutsche Presse Agentur mitteilt, verhandelte die Geschäftsführung der Esprit Europe GmbH zuletzt mit potenziellen Investoren. Eine Entscheidung stehe kurz bevor. Nach Zustimmung der Gläubigerausschüsse und des Sachwalters sollen in den nächsten Tagen verbindliche Gespräche mit zwei Bietern stattfinden.

Die Modekette Esprit ist insolvent. (Symbolbild)

Die Geschäftsführung sieht ein sehr angespanntes Marktumfeld für den Modehandel. Beide Angebote betreffen den Erwerb der europäischen Markenrechte, die bei der in Hongkong ansässigen Esprit Holding liegen. Um die Rechte sicher anbieten zu können, wurde bereits eine Vereinbarung mit der Konzernzentrale getroffen.

„Wir müssen jedoch leider feststellen, dass alle Interessenten in dem unverändert sehr angespannten Marktumfeld für den Modehandel nicht oder nur sehr begrenzt bereit sind, dieses unternehmerische Risiko einzugehen“, so der Sanierungsgeschäftsführer Christian Gerloff. Das Hauptziel sei stets gewesen, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Ein Bieter-Konzept plant den Relaunch von Esprit zu einem späteren Zeitpunkt, das andere eine Fortführung des Betriebs in stark reduziertem Umfang. Abhängig vom Ausgang der Gespräche könnte die Geschäftsführung gezwungen sein, die operativen Tätigkeiten in den deutschen Esprit-Gesellschaften ganz oder größtenteils in den kommenden Monaten einzustellen.

Insolvenzverfahren: „Sehr angespanntes Marktumfeld“

Esprit ist in etwa 40 Ländern weltweit tätig und hat seine Hauptzentralen in Ratingen und Hongkong. Deutschland ist der wichtigste Markt für das Unternehmen. Laut Unternehmensangaben gibt es bundesweit 57 Filialen und in Europa 124.

Bereits im Jahr 2020 hatte der Modekonzern Esprit ein Schutzschirmverfahren für mehrere deutsche Gesellschaften beantragt. Damals wurden etwa 50 Filialen in Deutschland geschlossen und rund 1100 Stellen abgebaut.

Auch der Discounter Lidl plant, Ende 2024 eine Sparte einzustellen. Die Insolvenz eines wichtigen Partners könnte der Auslöser dafür sein.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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