Extremwetter
Downburst: Die Gewitterfallböe gehört zu den gefährlichsten Wetter-Erscheinungen
Unwetter verwüsten oft Städte. Besonders ein sogenannter Downburst kann starke Schäden anrichten und gefährlichs sein. Doch was steckt hinter dem Wetter-Phänomen?
Hamm - Unwetter ziehen immer häufiger über Deutschland und NRW und richten dabei erhebliche Schäden an. Durch den Klimawandel kommt es auch vermehrt zu Extremwetter-Ereignissen wie Tornados oder sogenannten Downbursts. Doch worin besteht der Unterschied zwischen den beiden Wetter-Erscheinungen? Und wie entsteht ein Downburst eigentlich?
Downburst: Die Gewitterfallböe gehört zu den gefährlichsten Wetter-Erscheinungen
In NRW wüteten am Montag (24. Juli) schwere Unwetter, betroffen war besonders der Großraum Köln. Starker Wind hat Bäume entwurzelt und Ziegel von Dächern geweht. Dabei wurden mehrere Autos und etwa die Oberleitung einer Straßenbahn beschädigt. Grund dafür war laut Wetter-Experten sehr wahrscheinlich ein starker Downburst. Es wird jedoch noch genauer untersucht, ob es nicht doch ein Tornado war. Die Wetter-Erscheinungen ähneln sich nämlich.
Gewitterfallböen: So entstehen Downbursts
„Downbursts entstehen häufig, wenn sich in größerer Höhe zwischen feuchter Luft eine trockene Luftschicht befindet. Bildet sich nun ein Gewitter aus, verdunstet der Niederschlag in dieser trockenen Luftschicht teilweise“, heißt es im Wetterlexikon des Wetterdienstes wetteronline.de. Das Resultat: Verdunstungskälte, die den Abwind des Gewitters beschleunigt.
Anschließend stürzt die kalte Luft zur Erde, mitgerissen vom Starkregen. „Treffen solche Abwinde am Boden auf, werden sie seitwärts umgelenkt und breiten sich als Sturmböen in alle Himmelsrichtungen aus“, heißt es weiter. In schlimmen Fällen können Downbursts eine Orkanstärke erreichen. „Sie können Geschwindigkeiten von über 160 km/h erreichen und sind in der Regel von kurzer Dauer, normalerweise weniger als 20 Minuten. Sie werden oft von starkem Regen, Hagel und Blitz begleitet“, so Johannes Graf vom Wetterdienst Q.Met auf Nachfrage von wa.de.
Downbursts können schwere Schäden anrichten
Die Schäden, die durch Downbursts entstehen können, sind vielfältig. Die Winde können Bäume entwurzeln, Dächer abdecken, Stromleitungen beschädigen und Strukturen zerstören. „In einigen Fällen können Downbursts auch Flugzeuge gefährden, da sie plötzliche und starke Luftströmungen erzeugen können“, erklärt Graf.
Der Unterschied zwischen Tornados und Downbursts
„Downbursts und Tornados sind zwei verschiedene Wetterphänomene, die oft miteinander verwechselt werden“, so Graf weiter. Downbursts treten häufiger als Tornados auf. Zudem entstehen sie auf unterschiedliche Weise. Während Downbursts durch starke Abwinde in Gewitterwolken verursacht werden, entstehen Tornados aus rotierenden Aufwinden in Gewitterwolken heraus. Diese berühren den Boden und erstrecken sich dann nach oben. Ein Tornado besitzt somit rotierende Winde, Downbursts sind starke Windstöße, die sich weiter ausbreiten.
Tornados haben eine charakteristische trichterförmige Form und können höhere Geschwindigkeiten als Downbursts erreichen. Graf spricht hierbei von Geschwindigkeiten von über 480 km/h. Tornados sind laut Graf in der Regel von kürzerer Dauer als Downbursts, können aber viel größere Schäden verursachen. Sie zerstören im Zweifel ganze Häuser. Tornados treten normalerweise in Verbindung mit schweren Gewittern auf.
Und auch das Wetter-Phänomen El Nino ist im Vormarsch in Deutschland und gar weltweit. Laut neuesten Berechnungen der Weltorganisation für Meteorologie liegt die Wahrscheinlichkeit bei mittlerweile 80 Prozent.
Rubriklistenbild: © Valentin Flauraud/dpa