Auch Retter in Lebensgefahr

Deutscher Ski-Urlauber stirbt bei Lawine in Italien – Retter sprechen von „sehr heiklem” Einsatz

Eine Gruppe aus Deutschland entschied sich trotz Lawinengefahr für eine Tour im Aostatal in Italien. Kurz darauf wurden zwei Personen von einer Lawine erfasst, ein Mann starb.

Erneut hat sich im italienischen Aostatal ein schweres Unglück ereignet. Eine fünfköpfige Gruppe aus Deutschland wurde am Donnerstag, 19. Februar 2026, von einer Lawine erfasst und teilweise verschüttet. Die unverletzten Begleiter konnten die beiden Verschütteten noch aus den Schneemassen befreien. Doch für einen Mann kam trotz eines Rettungseinsatzes jede Hilfe zu spät.

In den vergangenen Tagen ereigneten sich zahlreiche schwere Unglücke in den Alpen. (Symbolbild)

Über das Unglück berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Demnach stamme die fünfköpfige Gruppe aus Deutschland. Auch ein Bergführer, der die Gruppe begleitet habe, stamme aus Deutschland. Ereignet habe sich das Unglück auf einer Höhe von rund 2.550 Metern Höhe an der Punta Leysser im Aostatal an der Grenze zu Frankreich. Laut Ansa hatte sich die Gruppe trotz der hohen Lawinengefahr (Stufe vier) für die Tour oberhalb von Saint-Nicolas entschieden.

Deutscher Ski-Urlauber stirbt in Italien: Gruppe von Lawine erfasst, zwei Personen verschüttet

Gegen Mittag wurde die Gruppe dann von einer Lawine erfasst. Gegen 13.30 Uhr erreichte Rettungskräfte ein Notruf, der anschließende Einsatz gestaltete sich jedoch schwierig. Vor allem die widrigen Wetterbedinungen machten es Einsatzkräften zunächst schwer, die Gruppe zu erreichen. Laut der Nachrichtenagentur konnte ein Hubschrauber die Lawinenstelle wegen starken Windes und schlechter Sicht nicht ansteuern. Deshalb wurde das Rettungsteam rund 500 Meter tiefer abgesetzt. Sie arbeiteten sich dann zu Fuß zu den Verschütteten vor.

Auch die acht Rettungskräfte schwebten wegen der anhaltenden Lawinengefahr zu diesem Zeitpunkt in Lebensgefahr. Paolo Comune, Leiter des Bergrettungsdienstes Aostatal, bestätigt gegenüber der Nachrichtenagentur, dass die Rettung ein „sehr heikler Einsatz“ war. In einem Video, das auf dem Youtube-Account der „Gazzetta Matin – Aosta TV“ abrufbar ist, spricht Paolo Comune über den Einsatz. Demnach sei das Rettungsteam wegen der großen Gefahr extra auf acht Personen begrenzt worden. Ein zweites Team habe sich bereitgehalten, falls das erste Rettungsteam Verstärkung angefordert hätte.

Als das Rettungsteam bei der deutschen Gruppe angelangt war, hatten die unverletzten drei Teilnehmer ihre beiden verschütteten Kollegen bereits geborgen. Eine Person litt unter schwerer Unterkühlung. Obwohl der Mann umgehend stabilisiert und ins Tal geflogen wurde, verstarb er wenige Stunden später. Bei ihm soll es sich um einen 54-jährigen Mann aus Deutschland handeln. Sein Begleiter schwebe laut der Ansa nicht in Lebensgefahr.

Angesichts üppiger Schneefälle ist die Lawinengefahr in vielen europäischen Wintersportregionen derzeit hoch. In den vergangenen Tagen meldeten die Behörden immer wieder Tote durch schwere Lawinenabgänge in Österreich, Frankreich, der Schweiz sowie im Norden Italiens. Vor wenigen Tagen sorgte ein Video, das einen Lawinenabgang zeigt, für Aufsehen. In den USA, im US-Bundesstaat Kalifornien, ereignete sich das verheerendste Lawinenunglück seit mehr als 40 Jahren: Acht Personen wurden von einer Lawine erfasst und starben. (Verwendete Quellen: Ansa, Gazzetta Matin - Aosta TV, dpa) (jl)

Rubriklistenbild: © dpa

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