WHO ist alarmiert
Dengue-Fieber breitet sich rasant aus – 324 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr
Das Dengue-Fieber breitet sich weltweit aus. Und auch in Deutschland sind die Zahlen hoch. Das RKI verzeichnet 324 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr.
Hamm - Die Asiatische Tigermücke kommt seit 2007 auch vereinzelt in Deutschland vor. Das Umweltbundesamt prognostiziert, dass wegen des Klimawandels die Tigermücke immer öfter in Deutschland vorkommen wird. Das kann durchaus besorgniserregend sein, denn die Stechmücke ist nicht ungefährlich für Menschen und kann das Dengue-Fieber übertragen. Und: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt sich besorgt über die bereits jetzt hohe Anzahl an Dengue-Infektionen in diesem Jahr.
Dengue-Fieber breitet sich rasant aus – 324 Prozent mehr Fälle als im Vorjahr
Dengue ist eine virale Erkrankung, die in tropischen und subtropischen Gebieten durch Mückenstiche übertragen wird und potenziell tödlich sein kann. Die Asiatische Tigermücke kann diese Krankheit übertragen. Wer daran erkrankt, hat typischerweise zu Beginn Fieber bis 40 Grad, Schüttelfrost und Kopfschmerzen.
Hinzu kommen ausgeprägte Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen, weshalb das Dengue-Fieber auch als „Knochenbrecher-Fieber“ bekannt ist. Erkrankte können außerdem einen Hautausschlag mit kleinen, blassroten Flecken am Körper bekommen. Auch die Lymphknoten können anschwellen. Häufig dauert es mehrere Wochen, bis die Beschwerden des klassischen Dengue-Fiebers vollständig abgeklungen sind.
Dengue-Fieber: Fälle in 90 Ländern – wie ist die Lage in Deutschland?
Seit Beginn des Jahres ist die Situation auf dem amerikanischen Kontinent besonders alarmierend, erklärt die WHO am Donnerstag, 30. Mai, in Genf. Bis April wurden mehr als sieben Millionen Fälle aus diesen Regionen gemeldet, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 4,5 Millionen Fällen im gesamten Jahr 2023. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldete zuletzt einen Anstieg an Fällen von Dengue-Fieber in Deutschland. Bis Ende April 2024 wurden Fälle in 90 Ländern registriert. 7,6 Millionen wurden der WHO gemeldet, davon wurden 3,4 Millionen bestätigt. In mehr als 16.000 Fällen erkrankten die Menschen schwer, 3000 starben laut WHO.
„In Deutschland gemeldete Denguefieber-Fälle sind auch weiterhin in der absoluten Mehrheit assoziiert mit Reisen und damit Expositionen in Denguefieber Endemiegebieten, seltene Ausnahmen waren bislang einzelne Fälle von nosokomialen Übertragungen (Nadelstich)“, schreibt das RKI in dem aktuellsten vom 16. Mai 2024.
Zahlen von Dengue-Fieber steigen durch Urlauber von Fernreisen
Eine Mückenübertragung von Dengue-Virus in Deutschland wurde bisher noch nicht dokumentiert, obwohl geeignete Stechmücken regional und saisonal vorkommen. „Die Zusammensetzung der in Deutschland zur Meldung kommender Fälle ist maßgeblich von der in mehrjährigen Zyklen schwankenden Transmissionsintensität in den Reiseländern, insbesondere in den Fernreisezielen mit hohen Reisendenzahlen wie zum Beispiel Thailand und Brasilien geprägt“, erklärt das RKI.
In den ersten 17 Wochen des Jahres 2024 wurden bislang 737 Dengue-Fieber-Fälle laut RKI übermittelt. Das sind 324 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im Vorjahr (174 Fälle). Passend dazu seien zumindest für Januar bis März 2024 in Thailand und seit Jahresbeginn in Indonesien sehr hohe Dengue-Fieber-Fallzahlen bekannt. Beide Länder sind bei Deutschen beliebte Fernreiseziele.
Dengue-Fieber: Kann man sich schützen?
Urlauber, die in Dengue-Virus-Endemiegebiete reisen, sollten sich ganztags vor Mückenstiche schützen. „Reiserückkehrern in deutschen Regionen mit kompetenten Mückenvektoren (Ae. albopictus) wird im Sommer und Frühherbst auch bei Symptomfreiheit bis 14 Tage nach der Reise Mückenschutz empfohlen, um autochthone Transmissionen zu verhindern“, so das RKI.
Es gibt auch einen Impfstoff gegen das Dengue-Virus in Deutschland. Es wird laut RKI aber nur Personen über vier Jahren empfohlen, die in der Vergangenheit eine labordiagnostisch gesicherte Denguevirus-Infektion durchgemacht haben.
Rubriklistenbild: © James Gathany/CDC
