Auf ein Detail achten
Vorsicht bei aktueller DHL-Nachricht – ein Fehler kann schwere Konsequenzen haben
Derzeit wird vor einer vermeintlichen Benachrichtigung von DHL gewarnt. Woran Kunden erkennen, ob etwas nicht stimmt.
Hamm – Pakete reisen quer durchs Land und landen täglich bei Millionen Menschen. Häufig übernimmt DHL dabei die Zustellung, einschließlich der Abwicklung von eventuell anfallenden Zollgebühren. Doch genau diesen vertrauten Ablauf nutzen Kriminelle derzeit für ihre Zwecke und versenden täuschend echte Zahlungsaufforderungen im Namen des Unternehmens, warnt die Verbraucherzentrale.
Verbraucherzentrale warnt vor DHL-Betrug: Kunden erhalten betrügerische E-Mail
„Ihr Paket ist unterwegs“ – eine Nachricht, die bei vielen Vorfreude auslöst. Doch wenn eine Sendung wegen offener Zollgebühren nicht zugestellt werden kann, ist Vorsicht geboten. Denn diese Benachrichtigung könnten laut Verbraucherschützern nicht vom Logistikanbieter stammen.
In ihrem Phishing-Radar warnt die Verbraucherzentrale vor dem neuen Betrug. Demnach erhalten Verbraucher E-Mails über eine Zahlungsaufforderung offener Zollgebühren, die vermeintlich von DHL stammen. Im Rahmen einer Sendung aus einem Nicht-EU-Land seien angeblich noch Zollgebühren offen. Gemäß der EU-Vorschrift müssen diese vor der Zustellung beglichen werden. Dafür haben die Betroffenen 48 Stunden Zeit, andernfalls würde das Paket an den Absender zurückgeschickt. Über einen mitgeschickten Link kann die Zahlung vorgenommen werden.
Doch ein unbedachter Klick auf den beigefügten Link könnte Kunden ihre vertraulichen Daten kosten. Laut Verbraucherzentrale sei das Fehlen der Sendungsnummer ein sehr auffälliges Indiz für einen Betrug. Denn anhand derer ließe sich „die Legitimität einfach und schnell überprüfen“. Als weitere typische Anzeichen für einen Phishing-Betrug nennen Verbraucherschützer noch die unpersönliche Anrede, die unseriöse Absendeadresse, den Link in der Mail sowie die kurze Fristsetzung. „Falls Sie die Dienste von DHL in Anspruch nehmen, schauen Sie in der App oder auf der Internetseite nach, ob es dort ähnliche Aufforderungen gibt“, rät der Verbraucherschutz. Erst kürzlich gerieten Millionen Bank-Kunden ins Visier von Betrügern.
DHL-Betrugsmail im Umlauf: So erkennen Sie, ob die Nachricht echt ist
Laut Bundeskriminalamt liegen Straftaten im Bereich Cybercrime in Deutschland weiterhin „auf einem hohen Niveau“. „Bei Einkäufen im Internet sind immer wieder Betrugsversuche durch die unautorisierte Verwendung des Namens und der Marke DHL zu beobachten. Meist kursieren E-Mails und Grafiken, die den Anschein erwecken, von DHL zu stammen“, warnt der Logistikanbieter auf seiner Webseite.
Damit Kunden schnell überprüfen können, ob es sich bei der E-Mail um einen Betrug handelt, nennt DHL folgende Hinweise:
- Offizielle DHL Mitteilungen werden immer von @dhl.com, @dpdhl.com, @dhl.de, @dhl.fr oder einer auf @dhl folgenden anderen Landesdomäne versandt.
- Zum Versand unserer E-Mails verwenden wir niemals @gmail, @yahoo oder einen anderen kostenlosen E-Mail-Service.
- Wir verlinken nur auf unsere eigene Website, die beispielsweise mit https://dhl.com/, https://dpdhl.com/ oder einer Landes-/Kampagnen-Website beginnt.
Bei verdächtigen E-Mails empfiehlt das Unternehmen, diese per Drag & Drop in eine neue Mitteilung zu ziehen und als Anhang an phishing-dpdhl@deutschepost.de zu senden. Um den Betrug beenden zu können, werde zudem der „vollständige Mail-Header“ benötigt. Als weitere Maßnahme sollte die Nachricht als Spam in der E-Mail-App gemeldet werden, damit der Mail-Anbieter entsprechende Schritte unternehmen kann. Wer auf PayPal eine unbekannte Zahlung erhält, sollte ebenfalls vorsichtig sein.
Phishing erkennen: Diese Merkmale deuten auf einen Betrug hin
Hinter scheinbar harmlosen Nachrichten verstecken sich immer öfter kriminelle Absichten. Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beinhaltet etwa jede Dritte unerwünschte E-Mail einen Phishing-Versuch. Mit Phishing-Mails versuchen Cyberkriminelle an Passwörter und vertrauliche Daten ihrer Opfer zu kommen. Häufig sind diese schwer zu erkennen, weil sie meist täuschend echt aussehen und sich immer weiterentwickeln.
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt es dennoch Anzeichen, an denen Betroffene betrügerische E-Mails schnell erkennen können:
- Unpersönliche Anrede.
- Die Mail ist voller Grammatik- und Orthografie-Fehler.
- Der Text der Mail gibt dringenden Handlungsbedarf vor. Drohungen kommen zum Einsatz.
- Aufforderung zur Eingabe von vertraulichen Daten.
- Die E-Mail enthält Links oder Formulare.
- Die Mail scheint von einer bekannten Person oder Organisation zu stammen, jedoch kommt das Anliegen des Absenders ungewöhnlich vor.
- Oft werden Phishing-Mails schnell gemeldet. Am besten Betreff in der Suchmaschine eingeben.
- Bei einer Phishing-Mail im HTML-Format verbirgt sich hinter dem angezeigten Absender oft eine andere E-Mail-Adresse. Mit dem „Mouse-over-Effekt“ kann schnell überprüft werden, ob der Link tatsächlich zur Website der Bank führt oder ganz woanders hin.
Betrüger scheuen auch vor dem direkten Kontakt zu ihren Opfern nicht zurück – daher warnt die Polizei vor Telefonbuch-Einträgen. (vw)
