Es könnte teuer werden
„Augen auf oder Portemonnaie auf“ – es drohen teure Flops bei Versicherungen
Wer voreilig Versicherungen abschließt, dem drohen teure Flops. Verbraucherschützer raten daher zu einem Vergleich. Ein anderer Tipp hilft ebenfalls.
Hamm – Es gibt Versicherungen für und gegen so ziemlich alles auf dieser Welt. Angst vor Vulkanausbrüchen? Kein Problem, schließen Sie eine Versicherung ab. Angst vor Schäden durch herabfallende Meteoriten? Nur zu, da finden Sie sicher etwas Passendes. Angst vor Waldbränden in der Innenstadt? Feuer frei, auch hier wird es ein heißes Angebot geben. Spätestens jetzt sollte klar sein: Alle Versicherungen benötigen Verbraucher nun wirklich nicht.
Versicherungen sollte man unbedingt vergleichen
„Es gibt sogar Versicherungen gegen ein Umfallen im Kreißsaal“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW im Gespräch mit wa.de. Gut, die hätte vielleicht zuletzt noch eine Mutter gebrauchen können, die kurz nach der Geburt einen Heiratsantrag von ihrem neugeborenen Baby überreicht bekommen hat. Aber es ging auch sicherlich ohne.
„Beim Abschluss des Vertrags liegt es immer im Ermessen des Verbrauchers – natürlich bieten Versicherer auch eine Menge an, die der Verbraucher gar nicht benötigt. Aber der unterschreibt es ja letztendlich“, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Wer eine Versicherung abschließen möchte, sollte sich daher drei Dinge bewusst machen:
- Benötige ich diese Versicherung?
- Wie muss der Versicherungsschutz konkret aussehen?
- Lässt sich genau diese Versicherung auch zielgerichtet abschließen?
Bedürfnisse der Verbraucher entscheidend bei Versicherungen
Einfach so sollte man also keine Versicherungen abschließen. Letztendlich sind die eigenen Bedürfnisse entscheidend. Wer beispielsweise in der fünften Etage wohnt, benötigt im besten Fall keine Versicherung gegen Hochwasserschäden. Wer nur ein Schlauchboot hat, benötigt keine Versicherung für eine Yacht und so weiter und so fort. Trotzdem könnten manchmal Versicherungen sinnvoll sein, die man so vielleicht gar nicht auf dem Schirm hat.
„Man muss sich seiner speziellen Situation bewusst sein und welche Gefahren man sich aussetzt“, sagt Weidenbach. Ein Vergleich von verschiedenen Versicherungen würde sich in jedem Fall anbieten. Was soll wie und warum versichert werden? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, sollten Verbraucher auch aktiv werden.
„Dann sollte man sich den passenden Versicherer heraussuchen, der diese Bedingungen hat. Da lassen sich auch die Kosten gut vergleichen. Anschließend sollte man ein entsprechendes Angebot anfordern“, meint Versicherungsexpertin Weidenbach.
Auch ein Versicherungsmakler kann helfen
Wem das alles zu viel wird, der kann natürlich auch auf die Dienste eines Maklers zurückgreifen. Er kümmert sich um alles Mögliche und sucht die besten Konditionen für die Verbraucher heraus. In der Regel sind Versicherungsmakler vertrauenswürdig, trotzdem ist Vorsicht geboten. „Der Makler ist der Vermittler, der aufseiten der Kunden steht. Man sollte Kontakt aufnehmen und der Maklervertrag sollte nicht zu weit gehen – da reicht Haft- und Sachbereich“, sagt Weidenbach. Aber wie einen guten Makler von einem schlechten unterscheiden?
„Augen auf oder Portemonnaie auf!“
Im Grunde ist es schon viel wert, wenn die zwischenmenschliche Komponente stimmt. „Häufig ist auch wichtig, was der Makler fragt. Je mehr er fragt und weiß, desto besser sind die Versicherungen zugeschnitten“, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. So baut man auch schneller ein Vertrauensverhältnis auf. Aber: „Auch wenn man einen Makler hat, sollte man das Denken nicht vergessen. Wer selbst viel nachfragt, kann sich ein eigenes Bild machen.“
Die Versicherungsexpertin, die auch ganz genau weiß, worauf es bei Sterbegeldversicherungen ankommt, hat aber noch einen weiteren Tipp. Der ist übrigens nicht für wertvoll, um Flops bei Versicherungen zu vermeiden: „Augen auf oder Portemonnaie auf!“
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