Orientierung an Neobanken

Folgen für Bank-Filialen: Postbank plant neues kostenloses Konto

Die Postbank plant die Einführung eines kostenlosen digitalen Kontos. Dieser Schritt soll dabei helfen, neue Kunden zu gewinnen. Das hat für die bestehenden Filialen Folgen.

Hamm - Wenn es ums Geld sparen geht, empfehlen Experten unter anderem, die Konten zu überprüfen. Denn die Führung eines Girokontos muss längst nicht mehr mit Kosten verbunden sein, wie vor allem Direktbanken beweisen. Jetzt will auch die Postbank einen neuen Weg gehen und im kommenden Jahr ein kostenloses digitales Konto einführen.

Postbank plant neues kostenloses Konto – das wirkt sich auf die Filialen aus

Dominik Hennen, verantwortlich für das umfangreiche Privatkundengeschäft bei der Deutschen Bank und der Postbank, erklärte dem Handelsblatt, dass es zukünftig vielfältigere und differenziertere Kontomodelle geben werde – „und es wäre naheliegend, wenn der günstigste dieser modularen Bausteine gebührenfrei wäre“. Hennen erwartet, durch diese Maßnahme „viele Neukunden“ zu akquirieren.

Mit einem kostenlosen digitalen Konto will die Postbank neue Kunden gewinnen. Doch die Digitalisierung hat auch Schattenseiten: Jobs werden wegfallen. (Symnolfoto)

Das letzte Mal, dass es ein kostenloses Konto bei der Postbank gab, war 2016. Damals war eine monatliche Geldeinzahlung von 1000 Euro erforderlich. Das zukünftige Kontomodell soll sich laut Hennen „an den Neobanken“ orientieren. Diese modernen Banken betreiben in der Regel keine Filialen, sondern operieren über Apps und ihre Webseiten. Damit das Konto kostenlos bleibt, ist in der Regel ein Mindestgeldeingang von 700 Euro fällig, wie etwa bei der DKB oder der Comdirect. Die ING wird diesen Betrag derweil erhöhen.

Postbank soll digitaler werden – was auch zu einem Stellenabbau führt

Die Deutsche Bank hat ebenfalls vor, ihre Marke Postbank stärker in die digitale Welt zu integrieren. Bis Mitte 2026 ist geplant, 230 der 550 Filialen zu schließen – zuletzt sind bereits Filialen unter anderem in Dortmund geschlossen worden. „Bis Ende des Jahres werden wir davon 78 Standorte geschlossen haben“, erklärte Hennen dem Handelsblatt. Parallel dazu hat die Bank einen Service eingeführt, der es Kunden ermöglicht, bis zu knapp 1000 Euro kostenlos an der Supermarktkasse abzuheben oder einzuzahlen. Was geschieht übrigens, wenn man an der Kasse zu wenig Bargeld hat? Ein Lidl-Filialleiter räumt mit Mythen im Supermarkt und Discounter auf.

Die Postbank strebt an, das Privatkundengeschäft durch mehr digitale Angebote rentabler zu machen. Dies geht jedoch mit einem Stellenabbau einher. „Etwa 20 Prozent der Zentralbereichsstellen werden wegfallen, ein großer Teil davon in meinem Bereich“, teilte Hennen dem „Handelsblatt“ mit. (mg mit afp)

Rubriklistenbild: © Wolterfoto/Imago

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