Attacke auf Majorel

Daten von Bank-Kunden geklaut – eine Bank ist besonders betroffen

Mehr als 144.000 Datensätze wurden gestohlen. Das ist die Bilanz einer Attacke auf den Kontowechsel-Dienstleister Majorel. Einige Banken hat es schlimmer getroffen als andere.

Hamm - Bei einem Cyberangriff auf den Kontowechsel-Dienstleister Majorel brachten die Täter rund 144.000 Datensätze mehrerer Privatkundenbanken in ihren Besitz. Nicht jede Bank ist dabei auf gleiche Weise betroffen. Eine Institution hat es besonders hart getroffen.

Daten von Hunderttausenden Bank-Kunden geklaut: Welche Bank am stärksten betroffen ist

Den Kriminellen gelang es, 60.444 Datensätze der Deutsche-Bank-Tochter Postbank zu ergattern. Diese Information veröffentlichte das Handelsblatt. Die Hacker hatten die Daten im Darknet veröffentlicht. Damit ist die Postbank von dem Datenklau mit Abstand am stärksten betroffen.

Darüber hinaus konnten die Cyberkriminellen noch Datensätze der folgenden anderen Banken in ihren Besitz bringen:

  • Bank99 (18.835 Datensätze)
  • ING Deutschland (17.129 Datensätze)
  • Deutsche Bank (12.179 Datensätze)
  • Oldenburgische Landesbank (9744 Datensätze)
  • Norisbank (5222 Datensätze)
  • GLS-Bank (1706 Datensätze)

Zu dem Luxemburger Unternehmen Majorel gehört das deutsche Portal Kontowechsel24.de. Dort soll Verbrauchern der Wechsel Ihrer Bank erleichtert werden. Auch Kontowechsel24.de war Opfer der Cyberattacke. So gelangte eine Excel-Eabelle mit vollständigen Namen von Bankkunden sowie ihren Kontonummern in den Besitz der Hacker.

Cyberattacke auf Majorel: Postbank am stärksten betroffen

Heißt: Betroffen von dem Datenleck sind nur Kunden, die bei der Eröffnung eines Girokontos eine Kontowechselhilfe genutzt haben. Diese wurden nach Bekanntwerden des Angriffs bereits schriftlich informiert. Kunden, die Opfer des Datenklaus geworden sind, sollen einen besonders aufmerksamen Blick auf ihr Konto haben. Denn mit der IBAN und dem vollständigen Namen haben Betrüger die Möglichkeit, unautorisierte Lastschriften vorzunehmen.

Laut Handelsblatt fand die Cyberattacke auf Majorel bereits im Sommer 2023 statt. Dahinter steckt die Hackergruppe CI0p. Die Masche der Täter: Daten von IT-Systemen klauen und dann Lösegeld verlangen. Sollten die betroffenen Unternehmen nicht zahlen, veröffentlichen die Hacker die ergaunerten Informationen auf einem Blog im Darknet.

Nach einem großen Cyberangriff auf NRW haben sich viele Kommunen gegenseitig geholfen. Allerdings gab es dabei große Hürden. Eine ganz andere Art von Betrug findet auf WhatsApp oder per SMS statt. Besonders dreist wird es, wenn Kriminelle vorgeben, Sohn oder Tochter des Opfers zu sein.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer / dpa

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