Stiftung Warentest
„Ranzig oder stichig“: Auch hochwertiges Olivenöl fällt im Test durch
Stiftung Warentest hat 23 Olivenöle getestet. Die Note „Gut“ bekamen lediglich vier Produkte. Sechs Artikel sind durchgefallen. Welches Öl schneidet gut ab?
Hamm - In den meisten Haushalten in Deutschland kommt Olivenöl an den Salat, während andere das Öl zum Kochen verwenden. In den letzten Jahren ist jedoch kaum ein Lebensmittel so viel teurer geworden wie das Olivenöl. Stiftung Warentest hat 23 Produkte unter die Lupe genommen und zieht eine traurige Bilanz für Liebhaber des flüssigen Goldes: Nur vier der Öle bekommen die Note „Gut“, während sechs Produkte durchfallen.
Olivenöl im Test: „Schmecken ranzig oder stichig“
Untersucht wurden im Testbericht (Ausgabe 4/2024) insgesamt 23 Olivenöle aus dem Jahr 2022 und 2023, davon 19 Öle der Güteklasse nativ extra und vier Brat-Olivenöle. Dürren und Hitze in Mittelmeerländern würden ihre Spuren hinterlassen, so Stiftung Warentest. Die durchschnittliche Qualität sei im Vergleich zu früheren Untersuchungen deutlich gesunken: Olivenöle der höchsten Güteklasse „schmecken öfter ranzig oder stichig“.
Ranzige Noten weisen etwa darauf hin, dass schon die Rohware angegriffen und beschädigte Oliven verarbeitet wurden. Manchmal könnten die Früchte vor dem Pressen auch zu lange gelagert worden sein, bevor es zur Pressung kommt, was ein stickig-schlammiges Aroma bewirke. Die Notenverteilung von Stiftung Warentest im Überblick:
- „Sehr gut“: –
- „Gut“: 4
- „Befriedigend“: 12
- „Ausreichend“: 1
- „Mangelhaft“: 6
Vor allem bei Geschmack haben die Olivenöle nachgelassen
Unter den sechs „mangelhaften“ Olivenölen befinden sich auch Produkte der Discounter und Supermärkte wie von Kaufland oder Edeka. In drei Produkten wies das von Stiftung Warentest beauftragte Labor die besonders bedenklichen, weil möglicherweise krebserregenden MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) nach.
Nur jeweils zwei Olivenöle nativ extra und zwei Bratöle erhielten die Note „Gut“. Darunter erhielt das „Cosmo di Russo“ die Bestnote: Das Produkt überzeugte die Tester sowohl inhaltlich als auch geschmacklich. Auch das Bio-Olivenöl „Rapunzel“ schnitt mit einer Bewertung von 2,1 mit der Note „Gut“ ab. Die Qualität hat allerdings auch seinen Preis: Beide Öle kosten pro Liter zwischen 34 und 46 Euro.
Bestes Preis-Leistung-Verhältnis: Das „ja Olivenöl“ der Supermarkt-Kette Rewe
Zehn Olivenöle der Güteklasse nativ extra bekamen von Stiftung Warentest die Note „Befriedigend“, darunter auch Produkte der Discounter Aldi, Lidl und Netto sowie das Bio-Produkt „Natives Olivenöl extra“ von Edeka oder das „ja Olivenöl“ von Rewe. Den vollständigen Test finden Sie kostenpflichtig auf der Webseite von Stiftung Warentest.
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